Würde man einen Showstar erwarten, könnte die kleine, unscheinbare Gestalt, die nun die Bühne betritt, für eine Randfigur gehalten werden – jemand, der noch einmal kurz das Mikrofon überprüft oder den Stuhl zurecht rückt, bevor der eigentliche Star auftritt. Tatsächlich bleibt es auch still in der großen Halle in Fürstenfeldbruck bei München, wo über 1000 Menschen im Dunkeln sitzen. Kein tosender Applaus. Der kleine Mann legt kurz seine Hände vor der Brust zu einem Gruß aneinander, in Indien als „Namaste“ bekannt, setzt sich vorsichtig auf den einfachen Stuhl, zieht das an einem Stativ befestigte Mikrofon näher zum Mund – vielleicht doch nur ein Test? Nein. Die Stille im Raum hat sich spürbar vertieft und knistert zugleich vor gespannter Erwartung. Alle haben Eckhart Tolle erkannt und den ehrerbietigen Gruß erwidert. Und doch: Der erste Eindruck, dass dieser Mann, dessen auffälligstes Merkmal die Unauffälligkeit zu sein scheint, eher eine Art Vorbote und nicht das eigentlich Wichtige ist, weist in die richtige Richtung. Der wahre Star dieses Abends ist Stille, Präsenz, Bewusstsein.
„Das einzig wirklich kostbare in unserem Leben ist dieser Moment, jetzt.“ (Eckhart Tolle)
Vor gut drei Jahren, als Eckhart Tolle zuletzt in dieser Halle sprach, schwieg er minutenlang still. Diesmal beginnt er seinen Vortrag nach einem kurzen Innehalten. Auf der Leinwand ...
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