Der Dalai Lama und Tibet im Film

Der Dalai Lama und Tibet im Film

Durch die Vergabe der Olympischen Spiele 2008 an China rückte die politische Situation Tibets und des Dalai Lama wieder vermehrt ins Blickfeld der medialen Öffentlichkeit. Drei Dokumentarfilmer, deren Arbeiten nun auf DVD erhältlich sind, widmen sich der Geschichte des Landes im Himalaja und dessen geistlichem Oberhaupt. Wir stellen ihre Arbeiten vor.

Welche Fragen sind wichtig, wenn man sich nur zehn aussuchen kann, um sie dem Dalai Lama zu stellen? Für den Regisseur Rick Ray keine leichte Aufgabe. 45 Minuten werden dem US-Filmemacher für eine Audienz bei seiner Heiligkeit gewährt. In seiner Dokumentation 10 Fragen an den Dalai Lama konzentriert sich Ray jedoch nicht allein auf dieses Zusammentreffen. Zwei Jahre lang recherchierte er, wühlte in Archiven und förderte seltene Aufnahmen aus der Jugendzeit des Dalai Lama in Lhasa, die Machtergreifung der Chinesen und die daraus folgende Not der Tibeter zutage. China nutzte diese Dokumente lange Zeit zu Propagandazwecken. Rick Ray setzt sie nun in einen historischen Kontext.

Am Beispiel von Tibets Hauptstadt Lhasa verdeutlicht der Amerikaner, wie sehr die Besatzer das Land und dessen Menschen der kulturellen und spirituellen Identität beraubten, während der Dalai Lama in seinem indischen Exil zur globalen moralischen Autorität aufstieg.

Die stärksten visuellen Momente hat der Film, wenn er den privaten Dalai Lama einfängt, der es liebt, sich mit technischen und mechanischen Dingen zu beschäftigen, konzentriert in seine morgendlichen Lektüren vertieft ist oder sich mit einem breiten Lächeln ein Stück Brot in den Mund steckt. Wenn er Verbitterung oder Wut spürt, so gelingt es ihm meisterhaft das hinter seiner freundlichen und humorigen Art zu verbergen.

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