Foto: @Kerstin Groh
Ich entstamme einem eher sozialistischen Haushalt. Deshalb hatte ich ins Buch der Bücher noch nicht hineingeschaut. Das ist irgendwie untergegangen. Da sich aber viele Leute wie beispielsweise Nick Cave oder Johnny Cash damit beschäftigt haben, dachte ich irgendwann: Jetzt kuck doch mal rein und schau, ob du etwas damit anfangen kannst, zunächst einmal nur für mich privat. Ich habe mit dem Alten Testament begonnen. Als dann die ersten Ideen kamen, habe ich sie noch für mich behalten. Denn wenn ich mich erst einmal für etwas begeistere, fange ich schnell an zu überlegen, ob man es umsetzen kann. Viel später dann habe ich einen mittlerweile befreundeten Theologen getroffen, dem ich von meiner Idee erzählte, und er hat mich in meinem Plan bestätigt. Hinzu kam eine alte Dame, die in Berlin die Restaurierung einer Marienkirche mit ihrem privaten Geld finanziert hat. Sie ist ein großer Fan und wollte immer, dass ich bei ihr Berlin Alexanderplatz vorlese. Ich habe ihr gesagt: „Junge Frau, das passt nicht in Ihre Kirche.“ Als dann aber wieder eine Anfrage von ihr kam, sagte ich ihr: „Wissen Sie was? Bei Ihnen lese ich die Bibel.“ Ich hatte ein halbes Jahr Zeit, mich darauf vorzubereiten. So kam es zur Erstaufführung. Da standen wir noch mit sieben Leuten auf der Bühne und haben die Bibel vor 250 Menschen vorgetragen. Danach hat es sich Schritt für Schritt weiterentwickelt. Man schnipst ja nicht einfach mal mit den Fingern und hat gleich so ein Projekt am Start.
Mit dem Buch der Bücher macht man nicht einfach, was man will. Ich bin sehr genau von der Deutschen Bibelgesellschaft beobachtet worden.
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