Neue Abrüstungs- und Friedensinitiative

Neue Abrüstungs- und Friedensinitiative

A Centre for the World Religions veranstaltet Friedenstagung in der UNO

Ende Oktober stellte A Centre for the World Religions – eine internationale Nichtregierungsorganisation mit beratendem Status bei der UNO – unter der Überschrift “A Spiritual Approach to World Peace and Disarmament” (Ein spiritueller Ansatz zu Weltfrieden und Abrüstung) eine Initiative vor, die durchaus als bahnbrechend bezeichnet werden kann. Der Vorschlag wurde UNO-Generalsekretär Kofi Annan sowie den Regierungen der UNO-Mitgliedsstaaten unterbreitet und wird laufend einer wachsenden Zahl von Friedensinitiativen weltweit als Kooperationsangebot vorgestellt.

Ende Oktober stellte A Centre for the World Religions – eine internationale Nichtregierungsorganisation mit beratendem Status bei der UNO – unter der Überschrift “A Spiritual Approach to World Peace and Disarmament” (Ein spiritueller Ansatz zu Weltfrieden und Abrüstung) eine Initiative vor, die durchaus als bahnbrechend bezeichnet werden kann. Der Vorschlag wurde UNO-Generalsekretär Kofi Annan sowie den Regierungen der UNO-Mitgliedsstaaten unterbreitet und wird laufend einer wachsenden Zahl von Friedensinitiativen weltweit als Kooperationsangebot vorgestellt.

Anke Kreutzer äußerte die Überzeugung, dass religiös wie spirituell motivierten Menschen weltweit bei einer solchen Initiative eine zentrale Rolle zukomme, “vorausgesetzt, die Vertreter verschiedener Religionen begegnen sich als gleichberechtigte Partner und vereinigen sich für eine solche Entwicklung zu einer gemeinsamen Quelle der Inspiration.”

Dezentralisierung der UNO

ACWR ist Mitglied des Committee for Spiritual Values and Global Concerns (CSVGC, Komittee für spirituelle Werte und globale Anliegen) in den Vereinten Nationen, die gerade ihr sechzigjähriges Bestehen feierte. ACWR wie auch andere Mitglieds-Organisationen des Komittees (NGOs) haben im Department for Economic and Social Affairs (ECOSOC, Abteilung für ökonomische und soziale Angelegenheiten) der UNO beratenden Status. Sie bemühen sich darum, ganz im Geiste des zweiten Generalsekretärs, Dag Hammarskjöld, dessen hundertster Geburtstag ebenfalls in dieses Jahr fiel und auf den der bekannte Meditationsraum im Hauptgebäude zurückgeht, die Beratungen und mehr überkonfessionelle Spiritualität in die Arbeit der Weltorganisation hineinzutragen.

Güte ist etwas so Einfaches: immer für andere da sein, nie sich selber suchen.
- Dag Hammarskjöld, 1905-1961

Folgerichtig begann die ACWR-Tagung mit einer kurzen, stillen Meditation, die dazu angetan war, alle Beteiligten für inspirierte Ideen und Lösungen empfänglich zu machen. Unter den Teilnehmern waren: ein Mitglied des Außenministeriums von Spanien; Vertreter der Inter-religious and International Federation for World Peace (IIFWP); EnlightenNext; The Tannenbaum Center for Inter-religious Understanding; The Dominican Leadership Conference; The International Fellowship of Reconciliation (Internationaler Versöhnungsbund); Clean Mind, Clean Heart Enhancement und andere mehr. Die Reaktionen auf die diskutierten Abrüstungs-´und Friedensvorschläge lassen sich in den Worten von Mary Adams, Speakers Forum von EnlightenNext, zusammenfassen:
Die Initiative von ACWR, so Adams, sei “ein spannender Anfang. Ich begrüße den radikalen Ansatz, der, wenn er praktisch umgesetzt wird, ein großes Potenzial in sich birgt, und ich freue mich auf eine künftige Zusammenarbeit.”
Auch alle anderen Teilnehmer brachten ihre Hoffnung zum Ausdruck, in naher Zukunft erneut und in stetig erweitertem Kreis zu tagen, um die Diskussion über folgende Fragen und verwandte Themen zu vertiefen:

Im Rahmen einer Tagung während der “Abrüstungswoche” am Sitz der UNO in New York erklärte geschäftsführende Direktorin ACWR-US Anke Kreutzer aus Deutschland: “Eine dezentralisierte UNO mit Sicherheitsräten auf jedem Kontinent birgt die Chance einer massiven Abrüstung und Freisetzung von finanziellen Mitteln, die zur Bekämpfung von sozialer Ungerechtigkeit sowie für eine Vielzahl humanitärer Zwecke zum Wohl der Menschheit anstatt ihrer Zerstörung eingesetzt werden können.”

Vorteile von kontinentalen Netzwerken

Vertreter des ACWR wiesen in ihren Ausführungen auf die bereits bestehenden dezentralen, kontinentalen Netzwerke hin, deren Organisationsformen durchaus Modellcharakter für einen Verbund dezentralisierter Sicherheitsräte dienen könnten. Die EU, die Afrikanische Union (die bereits über so etwas wie einen eigenen Sicherheitsrat verfügt) und die Association of Southeastern Asian Nations – dies alles sind Zusammenschlüsse, die aus der Einsicht natürlich gewachsen sind, dass kontinentale Netzwerke der Zusammenarbeit bis hin zu Fragen der nationalen Sicherheit eine gute Basis für eine dem Menschen verpflichtete globale Neuordnung darstellen.

Die UNO-Mitgliedstaaten seien dann aufgerufen, einen solchen Übergang gemeinsam zu gestalten und die erforderlichen Änderungen in der Charta vorzunehmen; die Zielsetzung sei dabei keine Aufsplitterung der UNO, sondern im Gegenteil ihre weltweite, aktive, einsatzbereite Präsenz, also eine Stärkung der Weltorganisation als eine übergreifende globale Organisation unter Wahrung der staatlichen Souveränität ihrer Mitgliedsstaaten. Als Vorbild für ein gerechtes Abstimmungsverhältnis könne möglicherweise der EU-Verfassungsentwurf mit seinem “doppelten Stimmrecht” dienen, der eine Stimme für jeden Staat durch ein Votum nach Bevölkerungsproporz ergänzt.

Bewusstseinswandel durch Spiritualität

Mehrere Teilnehmer wiesen darauf hin, dass

„einen Bewusstseinswandel“ erforderten sowie das Mitwirken von Führungspersönlichkeiten wie Meinungsmachern aus den unterschiedlichsten Gesellschaftsbereichen, die sich im Sinne eines „enlightened self-interest“ zusammentäten. Damit gemeint ist eine Art höheres “Eigeninteresse”, das auf der spirituellen Erkenntnis basiert, dass das Wohl des Ganzen auch dem Einzelnen am meisten dient. Dies gelte, so die übereinstimmende Meinung, auf der Ebene von Staaten und Staatengemeinschaften ebenso wie auf der des Individuums. Das Durchlässigmachen von Grenzen wie im Falle der EU sei ein schönes Beispiel dafür, wie auch die Grenzen zwischen den Religionsgemeinschaften durchlässig werden müssten, um der gemeinsamen globalen Verantwortung gerecht zu werden. Dies sei letztlich keine Schwächung der jeweiligen Identität, sondern eine Stärkung.

Verbindende Rolle der Religionen

Leonard Burg, Vizepräsident des ACWR in den Vereinigten Staaten, unterstrich noch einmal die wichtige Rolle religiös und spirituell orientierter Menschen, einen solchen Bewusstseinswandel voranzutreiben: „Die Religionen müssen ihre eigenen Barrieren überwinden und die Verantwortung dafür übernehmen, dass die Religionen zu einem grundlegenden Wandel inspirieren, statt ihren Einfluss auf die Mitgliedsstaaten in einer Weise geltend zu machen, die rund um den Globus religiöse Konflikte schürt.“
Karen Smith, UNO-Referentin der Inter-religious and International Federation for World Peace (IIFWP), führte aus, dass Friedensinitiativen im Kontext der UNO, einschließlich der Vertreter der Religionsgemeinschaften, „über das Politische weit hinaus gehen“ und „den Menschen als Ganzes“ im Auge haben müssten. Der Gedanke wurde von Frank Ostrowski, UNO-Vertreter der Fellowship of Reconciliation, aufgenommen. Für ihn sei die „Säkularisierung der Religionen“ das Gebot der Stunde, „sie müssen menschlicher werden … je menschlicher wir werden, desto begnadeter werden wir.“
Im selben Sinne schloss Leonard Burg: “A Centre for the World Religions lädt alle Vertreter der UNO-Mitgliedstaaten, die Mitarbeiter der UNO, die NGOs sowie engagierte Bürger ein, sich an künftigen, regelmäßigen, wachsenden Foren zum Thema Spiritualität und Weltfrieden auf dem Boden der UNO aktiv zu beteiligen.”

Nächste Tagung im Frühjahr 2006

Das nächste Forum ist bereits für Frühjahr/Sommer 2006 geplant und wird sich verstärkt der Frage widmen, wie die aus einem tiefgreifenden Abrüstungsprogramm frei werdenden Gelder am sinnvollsten eingesetzt werden können, um ein “Love in Action Programme”, ein Programm der aktiven Solidarität mit den Menschen, zu organisieren.

Kontakt & Info

E-Mail: info@centreworldreligions.org , NYinfo@centreworldreligions.org

Telefon: +49 (0) 7764 93970 und +49 (0) 2253 93027

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