Alle alten Kulturen haben danach gefragt, was das Leben ist und welche Kraft hinter allem wirkt. Zunächst wurden meist persönliche Kräfte in Form von Göttern und Dämonen verantwortlich gemacht. In China entwickelte sich dagegen schon vor etwa 5000 Jahren die Philosophie einer unpersönlichen, unsichtbaren, alles durchwirkenden universellen Kraft, die sowohl die Planeten bewegt wie auch unser Blut, unseren Atem und unsere Gedanken: Qi. Über die Fünf (die Materie repräsentierenden) Elemente erschafft und erhält Qi die Formen des Lebens, so eben auch unseren Körper und Geist.
„Die menschliche Intelligenz ist selbst Teil der kosmischen Intelligenz“
(Wei Ling Yi)
Anders als in zeitgleichen Hochkulturen wie etwa Ägypten, Indien oder Mesopotamien wurde diese Energie in China nicht als Gott angebetet, sondern in der eigenen Erfahrung erforscht und in vielen Übungen „gezähmt“, das heißt zum Vorteil eines langen, gesunden und weisen Lebens „gelenkt“. Dabei geschieht dieses Lenken nicht als Überstülpen des eigenen Willens, sondern vielmehr in einem bewussten Wahrnehmen der Energie, also in einer Art Horchen und eigentlich sogar „Gehorchen“. Dies geschieht zunehmend ...
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