SERIE TEIL 3: Gemeinschaftlichkeit der Zukunft - Wege einer solidarischen Ökonomie

SERIE TEIL 3: Gemeinschaftlichkeit der Zukunft - Wege einer solidarischen Ökonomie

Die Kommune Niederkaufungen

Immer mehr Menschen leben in kleinen, alternativen Gemeinschaften. Dr. Iris Kunze erforschte etliche solcher Projekte und diskutiert in dieser dreiteiligen VISIONENSerie drei Beispiele anhand der Themen neue Lebensweise, Spiritualität und solidarische Ökonomie.

Die Wirtschaftskrise hat uns zum Nachdenken gebracht und gezeigt, dass Geldwert nicht zuverlässigen mathematischen Rechnungen folgt. Durch Undurchsichtigkeit und Spekulation, die zu Fehl-Einschätzungen von Kreditnehmern führten, stürzten Anlagen in ihrem Wert ab. Das Finanzsystem hat sich als fragiles Gebilde erwiesen, das auf Vertrauen und Verantwortung für das Ganze gebaut ist. Damit ein ungestörter Geldfluss gewährleistet ist, mussten Staaten regulierend eingreifen. Wir fühlen uns hilflos, verstehen wir doch nicht, wie dieses komplizierte System funktioniert. Wir glauben aber daran, und genau darum geht es, wie uns einige ökonomische Begriffe verraten: Kredite und Gläubiger.

Interessanterweise vertraut man heute einer Bank sein Vermögen eher an als dem Nachbarn oder dem Ehepartner. Der Glaube an ein anonymes Geldsystem ist wie selbstverständlich stärker geworden als der Glaube an die Menschen, die uns nahe stehen. Und dabei hängt dieses globale System genauso von einzelnen Menschen ab, die hier und da etwas arbeiten, wenn auch in größerem Maßstab. Die Anonymität und die fehlende Transparenz sind Warnsignale, dass wir den Einfluss auf unser Geld abgegeben haben. Selbst wenn wir kaum welches haben, arbeiten wir wahrscheinlich, zahlen Steuern und unterstützen mit jeder Geldausgabe, die wir machen, dieses System. Laut kritischen Geldexperten füttern wir mit jedem Euro das Zinssystem, das letztlich alles Geld von den Arbeitenden zu denen umgeschichtet, die „ihr Geld arbeiten lassen“. Uns wird Glauben gemacht, dass wir selbst irgendwann einmal davon profitieren können, wenn wir fleißig gearbeitet und Geld angespart haben.

Eine funktionierende, nachhaltige Wirtschaft braucht eine solidarische Grundlage. Iris Kunze

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