Im ersten Teil dieser Serie haben wir uns dem modernen Bewusstsein zugewandt, das als mental-rationales Bewusstsein beschrieben wird. Aktuelle Forschungen bestätigen, dass die Mehrzahl der Menschen in der Ersten Welt – insbesondere unsere politischen und ökonomischen Eliten – durch dieses Fenster die Welt wahrnehmen. Das Primat dieses Bewusstseinsfeldes ist Rationalität.
Mein Bestreben war, den ersten Teil dieser Serie so zu schreiben, dass ich als Autor unsichtbar blieb. Denn diese vermeintliche Objektivität ist ein zentraler Kern der modernen Bewusstseins- Linse. Daraus entstand die Idee eines „objektiven Journalismus“ und einer „objektiven Berichterstattung“.
Neben Rationalität und Objektivität erfährt sich ein Modernist letztlich als getrennt von der Welt. Daher denken diese Menschen in Ursache-Wirkungs-Mechanismen und können die existentielle Verbundenheit allen Lebens zwar denkend erfassen, doch nicht wirklich zellulär aufnehmen und in ihr Handeln integrieren.
Sowohl das moderne als auch das postmoderne Bewusstsein verliert sich letztlich in Selbstbildern. Diese Selbstbilder sind Projektionen des Egos und werden als solche nicht erkannt. Ganz im Gegenteil: Das Selbstbild hat seine eigene Festigkeit, zeigt sich in einer stolzen Kontur sowie in einem gepanzerten Charakter, der felsenfest an seinen Standpunkten haften bleibt bis zum letzten Bluts- und Öltropfen. Hier offenbart sich ein „Ich“ versus „Welt“. Diese Menschen haben sich in dem verloren, was Alan Watts das „hautverkapselte Ich“ nannte.
Die Postmoderne rückt vom Primat der Rationalität und Objektivität ab, bekennt sich zu Subjektivität und gibt den Gefühlen eine Bedeutung im Sinne einer emotionalen Intelligenz
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