Teil 1: Illusion, Virtualität, Verführung
Mehr Schein als Sein gehört zum trügerischen Erkennungszeichen unserer verführerischen Welt der Mega-Täuschungen. Das lateinische Sprichwort: „Mundus vult decipi, ergo decipiatur“ („Die Welt will betrogen sein, also wird sie betrogen“) hat an Gültigkeit eher gewonnen als verloren. Das lat. Wort „decipere“ (= täuschen, betrügen; engl.: to deceive) heißt wörtlich: wegnehmen. Im Akt der Täuschung wird die Wirklichkeit verschleiert und die Scheinwelt für real gehalten. Im Sanskrit bezeichnet man diesen Zustand mit „maya“. Und was man heute auf sehr bedrückende Weise wahrnehmen muss, ist die Tatsache, dass die vom Konsum und Fortschrittsglauben gesteuerten menschlichen Marionetten ihr eigentliches Leben und Dasein nicht erkennen, stattdessen eine Scheinwelt mit allen denkbaren Mitteln aufrechterhalten und verteidigen, was zu einem dauernden, letztlich vermeidbaren und unnötigen Lebenskampf führt.
Die Probleme, die es in der Welt gibt, sind nicht mit der gleichen Denkweise zu lösen, die sie erzeugt hat (Albert Einstein anlässlich der Finanzkrise von 1929)
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