Den größten Teil unseres Daseins auf der Erde haben wir Menschen als Jäger und Sammler verbracht. Heutige Naturvölker haben das, was wir als Schamanentum bezeichnen. Es gibt Techniken, das Bewusstsein zu verändern und zu erweitern durch Trommeln, Räuchereien und Tanz. Es gibt Vorstellungen, wie zum Beispiel der Gedanke, dass es sprechende Geister und sprechende Tierwesen gibt.
In all diesen Kulturen gibt es so etwas wie einen Weltenbaum oder einen Berg, der die verschiedenen Stufen des Seins darstellt. Es gibt nicht nur die materielle, alltägliche Ebene, sondern man teilt die Welt in Mittelwelt (dort leben Menschen und Tiere), Unterwelt und Oberwelt auf. Das darf man aber nicht christlich verstehen als gute und böse Welten, sondern einfach als verschiedene Ebenen.
Schamanen gibt es, seit es Menschen gibt. Man findet uralte Darstellungen von Schamanen in den Höhlenmalereien. Es gibt in der Höhle von Lascaux ein Bild, das einen mit einem Speer verwundeten Bison oder Büffel zeigt, daneben einen Mann mit einem Vogelschnabel, der auf dem Boden liegt, und einen Vogel auf der Stange. Diese Darstellung wurde oft als Jagdunfall gedeutet, ist aber höchstwahrscheinlich ein Schamane in Trance. Er liegt in Trance und seine Seele ist als Vogel oder geflügelte Gestalt dargestellt. Insgesamt sind bislang 55 eiszeitliche Darstellungen von in Fellen gekleideten Menschen, oft in Tanzpose, in verschiedenen Höhlen entdeckt worden. All dies deutet darauf hin, dass die Menschen der Steinzeit mit den Tiergeistern kommunizierten, also schamanisch tätig waren. Das Schamanentum könnte man als paläolithische Geistesschau bezeichnen.
Die Schamanismus-Mode spiegelt eigentlich unsere spirituelle Not und unsere seelische Leere.
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