DER WEG DES LIEBENS

DER WEG DES LIEBENS

Interview mit Werner Ablass

der managementtrainer und buchautor werner ablass rät dazu, probleme aus einer anderen perspektive zu sehen und auf die kraft einer natürlichen liebe zu setzen, die nicht auf objekte bezogen ist. christian salvesen erfuhr im interview mehr über den weg des liebens.

Herr Ablass, Sie schreiben in Ihren Büchern, dass wir von Natur aus Liebe sind. Sollen wir das glauben? Oder woher und wie können wir das wissen?

Wissen können wir das ebenso wenig, wie wir wissen, ob das Universum wirklich durch den Big-Bang entstand. Daran zu glauben bringt keine Gewißheit, die entsteht erst, wenn man sich folgendes klar macht: Bin ich entspannt, sorglos, stehe nicht unter Streß, hege keine Erwartungen, was fühle ich dann? Sie mögen sagen: „Dann fühl ich mich gut, bin in Harmonie mit mir selbst! Liebe ist für mich was ganz anderes.“ Tja, dann haben Sie wahrscheinlich romantische oder freundschaftliche Gefühle der Liebe im Sinn. Die objektlose Liebe ist einfach Ihr natürlicher Zustand. Wenn alle „Überlagerungen“ Ihres natürlichen Zustands, ausgelöst durch Streß, Sorgen, Aggression, Angst, Erwartungen, Sehnsüchte, etc. wegfallen, kommt Ihre wahre Natur zum Vorschein. Wie eine verhüllte Statue ist sie immer vorhanden. Ist sie „enthüllt“, wird sie sichtbar.

Sie verwenden einen griechischen Begriff: Agape.

In der griechischen Sprache existieren drei Begriffe für Liebe: Eros steht für die begehrliche Liebe, Philia für die freundschaftliche Liebe, Agape für die bedingungslose Liebe. Agape ist unabhängig von allen Objekten. Heißt: Sie braucht kein Objekt und natürlich auch keine Beziehung zu einem Objekt, um zu lieben. Sie gilt es zu entdecken. Dann sind Sie unabhängig von allen Objekten der Liebe, was jedoch nicht bedeutet, daß man keine Objekte mehr liebt oder lieben dürfte.

Sie sagen: Liebe ist alles, was ist, also auch der Grund für Hass und Krieg. Und: Was immer ein Mensch an Bösem denkt und tut – sein Motiv ist Liebe. Können Sie das erläutern?

Warum bekriegen sich Palästinenser und Israelis? Warum gibt es den Djihad der islamistischen Terroristen gegen die westliche Zivilisation? Weil sie ihr Vaterland und die Worte ihres Propheten lieben. Meinen Sie ernsthaft, daß ein Selbstmordattentäter sich in die Luft sprengen könnte, wenn er seine religiöse Überzeugung nicht leidenschaftlich lieben würde? Jesus sagte, daß niemand größere Liebe hat, als derjenige, der sein Leben hingibt für seine Freunde. Selbst ein so grausamer Diktator wie Hitler liebte seine absurde Ideologie leidenschaftlich. Daß all dies fehlgeleitete Liebe ist, bleibt unbestritten, aber das Motiv ist zweifellos Liebe. Dies ist ein weiterer Beweis, daß wir unserer Natur nach Liebe sind.

„Agape“, Liebe ohne Objekte, die Liebe selbst lieben – ist das im Kern Ihre Botschaft?

Die Liebe ohne Objekt zu lieben, selbst dann, wenn man sich emotional blockiert fühlt, das ist mein Konzept, um schließlich zu realisieren, daß wir uns in jeder Situation tatsächlich schon im natürlichen Zustand der Liebe (Agape) befinden. Auf meiner Website findet der interessierte Leser unter der Rubrik „Inspiration“ eine ausführliche Darstellung mit der Überschrift „Mein Konzept“.

Wie vermitteln Sie das in Ihren Workshops?

Diese Frage ist so nicht zu beantworten, weil jeder Workshop anders verläuft. Es kommt dabei ganz auf die aktuellen Probleme und Fragen der Teilnehmer an. Jeder Dialog und alle Übungen haben jedoch nur ein Ziel: Schwingungserhöhung und Stabilisierung. Welche speziell für diesen Workshop entwickelten Übungen ich einsetze, entscheidet sich immer erst während des Workshops.

Wie nehmen die Menschen Ihr AGAPE-Konzept auf? Können Top-Manager oder Hausfrauen damit etwas anfangen?

Bisher hatte ich erst einen Topmanager in meinem Workshop. Der war allerdings total begeistert, arbeitet seither mit dem Konzept und nimmt mein E-Mail-Coaching in Anspruch. Hausfrauen und überhaupt Frauen sind in der Regel emotional intelligenter als „Hausmänner“ und überhaupt Männer. Daher ist ihre Herangehensweise weniger intellektuell als vielmehr intuitiv. Und genau das ist die Voraussetzung dafür, um das AGAPE-Konzept verstehen und umsetzen zu können.

Im Unterschied zur Schule des ‘Positiven Denkens’ empfehlen Sie, negative Gedanken zu lieben. Warum?

Erstens: Weil negative Gedanken ebenso wie positive Gedanken zum Leben gehören. Nicht einmal eine Maschine funktioniert ohne Plus- UND Minuspol. Versucht man den negativen Aspekt auszuschalten, gehen einem wichtige Informationen verloren. Zweitens: Liebe ich negative Emotionen, anstatt sie durch positive Gedanken zu überlagern, können sie niemals destruktiv werden. Destruktiv werden sie immer nur dann, wenn ich mich gegen sie wehre, sie auszuschalten, sie zu unterdrücken versuche. Dann ärgere ich mich nämlich über den Ärger, bin über meine Traurigkeit traurig, ängstige mich vor meiner Angst. Liebe ich mich aber in meinem Arger, in meiner Traurigkeit, in meiner Angst, erfüllen diese Emotionen lediglich ihre Funktion und können mich nicht in destruktiver Weise dominieren.

Bärbel Mohr hat Ihr erstes Buch „als Turbobeschleuniger für alle Universumsbestellern“ angepriesen. Entspricht Ihr AGAPEProgramm dem Konzept von Bärbel Mohr?

Zweifellos ist Liebe die stärkste Magie, weil sie uns auf die höchstmögliche Schwingungsebene bringt, auf die der Kosmos in Resonanz reagiert. Insofern ist mein Buch tatsächlich ein Turbobeschleuniger für alle Universumsbesteller. Wunscherfüllung ist aus meiner Sicht ein außerordentlich günstiger Nebeneffekt dieser Übung. Das Feedback meiner Leser und Workshopteilnehmer bestätigt dies in eindrucksvoller Weise. Spontanheilungen geschehen, Partner werden gefunden, Langzeitarbeitslose bekommen endlich einen Job, drohende Firmenkonkurse werden verhindert, andere Firmen expandieren. Das eigentliche Ziel der Übung ist jedoch die irreversible Wahrnehmung unsers natürlichen Zustands. Und ist das der Fall, harmonisiert sich unser gesamter Erlebniskosmos wie durch Zauberhand.

In Ihrem aktuellen Buch rückt zum Schluss hin immer stärker eine Lehre ins Zentrum, die hierzulande bisher wenig bekannt ist: Advaita, die alte indische Philosophie der Nicht-Dualität. Was bedeutet Advaita für Sie und was hat Sie dazu inspiriert?

Ich präferiere Advaita deshalb, weil ich – außer im ZEN-Buddhismus und im Tao-te-king von Laotse – kein Konzept fand, das die Wirklichkeit hinter den Erscheinungen der dualen Welt so glasklar definiert. Inspiriert hat mich dazu nichts anderes als meine eigene Suche nach Wahrheit. Sie führte mich in den sechziger Jahren zunächst in die Jesus-People-Bewegung, dann zu den sogenannten Pfingstlern, anschließend in eine Bewegung mit gnostisch- östlicher Ausrichtung, danach schließlich zum Studium der verschiedensten spirituellen Pfade und zur Meditation. Erst die Begegnung mit Ramesh S. Balsekar, sicher einer der bedeutendsten Advaita-Lehrer der Gegenwart, beendete meine 40-jährige Suche, denn anschließend gab es weder einen Suchenden noch jemanden, der fand.

Wer bin ich wirklich? Was schlagen Sie vor, um das herauszufinden?

Mein Konzept ist, anstatt diese Frage zu stellen, die Liebe zu lieben, denn wer erst einmal mit dem „Agape-Virus“ infiziert ist, erfährt, daß er alle Illusionen zerstört, die unseren natürlichen Zustand überlagern. Die alles entscheidende Überlagerung ist der Fragende selbst, und ist dieser erst einmal verschwunden, löst sich natürlich auch die Frage: „Wer bin ich wirklich?“ im wahrsten Sinne des Wortes in „Wohlgefallen“ auf.

Welche Fallen sollten wir vermeiden?

Ich denke, daß man Fallen nicht wirklich vermeiden kann. selbst wenn man weiß, wo sie stehen. Ich bin in reichlich viele Fallen getappt, doch letztlich stellten sie sich alle als Augenöffner heraus, und zwar, um zu sehen, daß man, wohin man auch geht, nirgendwo ankommen kann. Mit der Suche nach uns selbst ist es so ähnlich wie mit einer Maus im Mausrad, die rennt und rennt, obwohl sie sich keinen Millimeter von der Stelle bewegt. Aber um das schließlich - reichlich belustigt - zu realisieren, müssen manche „spirituellen Globetrotter“ offenbar mehrmals die Erde umrunden - wie ich.

Herr Ablass, vielen Dank für dieses Gespräch

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