Genetisch gesehen, scheint der Mensch darauf programmiert zu sein, nach vergänglichen Glückszuständen statt nach dauerhaften Eigenschaften zu streben. Essen, Trinken, Sichlieben und andere Aktivitäten setzen Hormone frei, die physische und psychische Empfindungen des Wohlbefindens erzeugen. Auf das Überleben abzielende Aktivitäten spielen beim Freisetzen dieser Hormone eine wichtige Rolle, indem sie sicherstellen, dass wir als Individuen überleben und dass unsere Gene an künftige Generationen weitergegeben werden. Jedoch ist die vergängliche Natur des Vergnügens, das wir bei solchen Aktivitäten empfinden, genetisch vorprogrammiert, wie man mir erklärte. Wenn Essen, Trinken, Sex und so weiter dauerhafte Empfindungen von Glück erzeugen könnten, würden wir all diese Dinge nur ein Mal tun und uns dann zufrieden zurücklehnen, während sich andere den Aufgaben widmen, die mit dem Fortdauern der Spezies einhergehen.
Es scheint, dass die Meditation – vor allem über Mitgefühl – neue neu ronale Verbindungen schafft, die die Kommunikation zwischen verschiedenen Gehirnbereichen erhöhen.
Strikt biologisch gesprochen, drängt uns der Überlebenstrieb stärker zum Unglücklichsein als zum Glücklichsein. Das ist die schlechte Nachricht. Die gute Nachricht ist, dass ein biologisches „Kuriosum“ in der Struktur unseres Gehirns uns dazu befähigt, uns über viele unserer genetisch bedingten Neigungen hinwegzusetzen. Statt zwanghaft immer dieselben Aktivitäten zu wiederholen, um noch einmal einen vorübergehenden Glückszustand zu erleben, können wir uns tatsächlich darauf ...
Zitiert aus: Yongey Mingyur Rinpoche, „Buddha und die Wissenschaft vom Glück"
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