Das naturspirituelle Menschenleben lässt sich mit vier zentralen Begriffen umreißen: Lebensleite, Jugendleite, Eheleite und Totenleite. Vergleichbar mit dem Jahr, das sich durch die vier zentralen Jahreskreisfeste beschreiben lässt, kann man in diesem Zusammenhang vom Lebensrad sprechen.
Die Lebensleite bezeichnet die Feier zur Geburt eines Menschen, verbunden mit Namensgebung und Taufriten. Der nächste große Abschnitt im Leben ist der Übergang vom Jugendlichen zum Erwachsenen, die so genannte Jugendleite. Wenn sich ein Paar findet, sich entscheidet, zukünftig gemeinsam durchs Leben zu gehen und Kinder zu bekommen, also eine Familie zu gründen, sprechen wir von der Eheleite. Im Idealfall finden nicht nur diese beiden Menschen zueinander, sondern auch zwei Familien oder Clans. Wenn man naturspirituell denkt, kommen da zwei Ahnenlinien zusammen, und es entwickelt sich ein starker Strang in die Zukunft. In traditionellen bzw. traditionell lebenden Gesellschaften ist das noch so. Hierzulande ist die Familie leider oft nur noch in Fragmenten vorhanden. Viele feiern solche Feste überhaupt nicht mehr zusammen oder reden nicht mehr miteinander, kennen sich oft noch nicht einmal. Das letzte große Ereignis wird dann durch den Tod eines Menschen markiert. Der bewusste Tod und damit verbunden die Totenriten sind mit dem Begriff Totenleite gemeint.
Eine Zeremonie ist dann authentisch, wenn alle frei sprechen, also nicht nur der Leiter des Rituals und die Brautleute, sondern auch die Eltern, Schwiegereltern oder Großeltern.
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