Die Schicksalsgesetze im Märchen

Die Schicksalsgesetze im Märchen

Teil 1: Dornröschen – Das Gesetz der Polarität

Wer das Leben meistern will, muss seine Spielregeln kennen. In alten Zeiten versorgten Märchen junge Menschen mit diesem Wissen für ihren Entwicklungsweg. An drei Grimmschen Märchen zeigt Ruediger Dahlke die drei grundlegenden Schicksalsgesetze auf – exklusiv in VISIONEN und zu Ehren von Wilhelm Grimm (150. Todestag Dezember 2009) und Jakob Grimm (225. Geburtstag Januar 2010).

MÄRCHEN SIND LEBENS-LEHRER.

Märchen werden heute als Unterhaltung für Kinder verstanden. In alten Zeiten, als etwa die Brüder Grimm sie sammelten, waren sie hauptsächliche Seelennahrung für Heranwachsende. Als im Volk verankerter Schatz an Symbolen und Mustern des Entwicklungsweges begleiteten sie Kinder nicht nur in den Schlaf, sondern auf den (Lebens-)Weg. Wer sich vor dem Einschlafen mit dem archetypischen Muster des Entwicklungsweges beschäftigt und so ganz nebenbei und in kindgerechter Form die Lebens- oder Schicksalsgesetze mitbekommt, ist für die Nacht und ihre Ausflüge ins Traumreich der Seelen-Bilder-Welt bestens gerüstet und auch fürs Leben. Das ist der Grund, warum wir sie in dem Buch Krankheit als Sprache der Kinderseele (s. BUCHTIPPS) als Seelennahrung noch vor gesunder typgerechter Vollwertkost empfehlen.

Wenn wir Kindern Märchen vorenthalten, müssten wir ihnen die Spielregeln des Lebens, die Schicksalsgesetze, in anderer Form beibringen. Sonst lassen wir sie – aus meiner Sicht – unverantwortlich unvorbereitet ins Leben stolpern. Das Ergebnis ist eine Gesellschaft, in der auch den meisten Erwachsenen die Lebensgesetze unbekannt bleiben und viele kläglich scheitern – leider auch jene, die nur Halbwissen erwarben, etwa aus Rhonda Byrnes’ The Secret, das das Resonanzgesetzes als wichtigstes propagiert. Wer dieses zweitwichtigste Gesetz an die erste Stelle stellt, schafft damit alle Voraussetzungen, im Gestrüpp von positivem Denken und Affirmationsakrobatik Schiffbruch zu erleiden. Halbwissen ist langfristig fast noch gefährlicher als keines. Wer das Leben meistern will, müsste das Polaritätsgesetz an die erste Stelle rücken und das Konzept des Schattens und der Entstehung des Bösen durchschauen.

„Dornröschen zeigt, wie das Böse in die Welt kommt: Verbannt man einen Teil der Wirklichkeit aus dem Bewusstsein, wird er böse. Vorher war er das keineswegs.“

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