In der Nacht auf den 1. Mai wird der Brocken im Harz zum Schauplatz eines Happenings, das nur noch ganz entfernt mit einem Hexensabbat, wie ihn sich die Menschen im Mittelalter ausmalten, zu tun hat. Es wird getanzt, gezecht, gefeiert. Die moderne Hexen-, Heiden- und Frauenbewegung feiert dort die Walpurgisnacht.
Im Volksglauben hielt sich lange Zeit die Ansicht, dass die Hexen in dieser Nacht auf ihren Besen zum Blocksberg reiten, um mit dem Teufel zu tanzen. Um sich vor den wilden Frauen zu schützen, befestigten die Bauern geflochtene Kränze an den Stalltüren und Kräutergebinde an ihren Fensterläden.
Besondere Abwehrkräfte schrieb man einem Farnkraut zu, dem so genannten Walpurgiskraut. Es trägt seinen Namen in Anlehnung an die heilige Walpurga, eine Tochter König Richards von England. 748 kam sie als Nonne und Missionarin in ein Kloster nach Tauberbischofsheim. Der späteren Äbtissin eines Benediktinerklosters in Hildesheim schrieb man mehrere Wundertaten zu. Um dem Hexentreiben in der Nacht auf den 1. Mai Einhalt zu gebieten, legte die katholische Kirche ihren Gedenktag auf dieses Datum.
Früher schon hatten die Kelten das spätere Hexenfest Beltane genannt. Für sie vereinte sich in dieser Nacht die Göttin mit dem Gott. Stellvertretend für die beiden stehen die Maikönigin und der Maikönig, die nicht nur die Feierlichkeiten überwachen und der Prozession voranschreiten, sondern auch symbolisch für die Pflanzenwelt stehen. Bis ins 18. Jahrhundert hinein war ein Kampf zwischen der Winter- und der Maikönigin fester Bestandteil des Beltane-Festes. Diesen symbolischen Kampf trugen in anderen Teilen Britanniens die Mädchen gegen die Jungen eines Dorfes aus.
Der Maibaum wird in allen Gegenden anders geschmückt, aber immer bedeutet der Schmuck Fruchtbarkeit oder Reichtum und Fülle.
Wir hoffen, Sie finden diese Vorschau auf den Artikel aus dem Magazin VISIONEN interessant!
Es würde uns sehr freuen, Sie als neuen Abonnenten des Magazins begrüßen zu dürfen.