Volle Supermärkte und Straßen, grelle Farben, starke Gerüche oder die aufgeregte Kollegin aus dem Büro nebenan können hochsensiblen Menschen (HSM) sehr zusetzen. Sie fühlen sich dann völlig überlastet, genervt, überreizt und haben das Gefühl, die Situation nicht im Griff zu haben, ja, sie fühlen sich der Situation ausgeliefert.
Für „normalsensible“ Menschenhingegen ist das alles ein Klacks, und dementsprechend bringen sie ihr Unverständnis oft laut zum Ausdruck: „Jetzt stell dich doch nicht so an, das war doch gar nicht so schlimm!“ Oder: „Sei doch nicht so sensibel!“ Oder aber: „Du solltest dir eine dickere Haut aneignen!“
Vielleicht kennen Sie diese Sprüche. Ich kenne sie zur Genüge. Ich dachte eine sehr lange Zeit, dass ich nicht richtig bin, dass ich viel weniger wert bin als andere, da diese immer wieder so viel leisten können. Andere Menschen können bei einer sehr lauten Geräuschkulisse telefonieren oder sich unterhalten, und es macht ihnen scheinbar nicht viel aus. Mir hat es schon ausgereicht, dass sich drei Menschen gleichzeitig unterhalten haben. Ich konnte keinen klaren Gedanken fassen außer: „Ich muss weg!“ Dadurch machte ich bei anderen den Eindruck, sie nicht zu mögen oder vor ihnen wegzulaufen.
Das war aber weder meine Absicht, noch hatte ich das alles unter Kontrolle. Die ganze Situation musste ich oft erst verarbeiten und mich im stillen Kämmerlein ausruhen. Alles geschah sehr unbewusst und machte mir kein gutes Gefühl.
Hochsensible Menschen entwickeln oft eine Affinität zum Übersinnlichen oder zur Medialität.
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