Rückenleiden als SPRUNGFEDER zur EVOLUTION?

Rückenleiden als SPRUNGFEDER zur EVOLUTION?

Helche Divo Köppen-Weber vermittelt mit ihrem Alta Major®- Konzept einen einzigartigen Weg zur körperlichen und geistigen Aufrichtung. Ein wichtiger Schritt in der Evolution des Bewusstseins? Christian Salvesen ließ sich beraten und erfuhr Erstaunliches.

Fast jeder Mensch leidet in seinem Leben unter heftigen Rückenschmerzen. Bei zehn Prozent aller Deutschen ist das Leiden chronisch. Die jährlichen Kosten der Behandlung und des Arbeitsausfalls belaufen sich allein in Deutschland auf 17 Milliarden Euro (laut Focus, 26/2005). Meist führen die Mediziner das Leiden auf Bandscheibenschäden zurück. Die Bandscheiben federn als Gallertmasse zwischen den Wirbeln den Druck ab. Je älter wir werden, desto mehr verlieren sie an Flüssigkeit und Elastizität. Die Knochen drücken stärker aufeinander und können Nerven einquetschen, was besonders schmerzhaft ist.

Das Gespräch

Divo empfängt mich mit strahlendem Lächeln. Sie wirkt zierlich, zart, fast zerbrechlich. Doch ihre Gesten, ihre Worte und der Tonfall sind energisch. Eine schöne Frau. Ihr Alter ist schwer einzuschätzen. Sie outet sich später als Großmutter eines siebenjährigen Enkels. Sie dirigiert mich zum Stuhl, tänzerisch, einladend und zugleich bestimmt.

Divo erzählt, wie sie sich Mitte der 80er Jahre wegen ihrer Rückenprobleme auf eine Odyssee von Therapien einließ. Ein Orthopäde prophezeite ihr in spätestens vier Jahren den Rollstuhl. Dies war ihr „Hallo wach“, sich selbst auf den Forschungsweg zu begeben, und nach Möglichkeiten zur Selbstheilung zu suchen. Sie fand den „Alta Major Punkt“. Er sitzt da, wo der oberste Wirbel der Rückensäule mit dem Schädel in Verbindung ist und die Nerven des Rückenmarks ins Gehirn übergehen. Laut der Theosophin Alice Baley ein wichtiges Energiezentrum. Divo entwickelte von diesem Punkt aus ihre Methode, die für sie selbst und viele andere zur Heilung wurde. In den 90er Jahren kam der Durchbruch. Fernsehauftritte, Artikel in großen Zeitschriften. Das Unternehmen war inzwischen Millionen wert. Sie verkaufte, fiel auf einen Betrug herein, und erfuhr zum ersten Mal tiefste Niedergeschlagenheit. „Heute weiß ich, wofür all dies gut war.“ Sie sitzt gerade, und ich richte mich auch schon fast automatisch auf.

Sie schaut sich Kinderphotos von mir an und findet eines, wo ich als Achtjähriger – ungebeugt, selbstbewusst lächelnd, ich selbst bin. Das soll ich mir vergrößern und möglichst oft anschauen. Sie spricht von Engeln, die mich begleiten, die meine Kreativität und mein noch brachliegendes Potential fördern wollen. „Ich habe noch nie irgendeinen Engel wahrgenommen“, wende ich ein. „Das ist nicht wichtig, ob du daran glaubst“ lacht sie. Als ich Papaji (einem indischen Advaitameister) begegnete, sprach er zu mir als erstes von Engeln (im Indischen: Devas). Das ist eben eine Art, Energie wahrzunehmen.“

Während unseres Gesprächs, wo es um mich und meine Geschichte geht, macht sich Divo Notizen. Sie liest mir dann einige meiner Sätze vor, aus denen wenig Mut und Selbstvertrauen spricht. „Meine Hauptaufgabe sehe ich zunehmend darin, auf die Sprache meiner Klienten zu hören. Denn das Wort wird Fleisch und Blut. Was immer du mit deiner Stimme sagst – über dich und andere – glaubt der Körper viel stärker als das, was andere sagen. ‘Ich bin wunderbar!’ Wer sagt das schon über sich?“ Ich stimme ihr zu, denke aber auch an eine Studie, wo Studenten mit einem kritischen Selbstverständnis bei ihren Prüfungen am besten abschnitten. Die „Ich-bin-wunderbar!“- Masche kann doch nicht der Schlüssel sein, oder? Sind wir hier etwa wieder bei dem „positiven Denken“ gelandet? Später wird mir klar, dass es bei Alta Major um etwas ganz anderes geht.

Die Haltung

Divo lässt mich auf einem Hocker Platz nehmen. Wie sitze ich normalerweise vor dem PC? Foto. Das Bild zeigt mir nach einer Minute eine ziemlich eingesunkene, gebeugte Gestalt. Wie sitzt der Buddha? So jedenfalls nicht! Eine klassische Buddhafigur demonstriert den vorbildlich geraden Rücken, das in fast spürbare Freiheit erhobene Haupt, die Harmonie in allen Körperproportionen. „So sind wir gemeint!“ sagt Divo. An einem beweglichen Modell der Wirbelsäule demonstriert und erklärt sie mir die aufrechte Haltung. Sie fordert mich auf, die aufgerichtete Wirbelsäule in die Haltung zu verbiegen, die auf meinem Foto sichtbar ist. „Und das ist nun der Druck deines Kopfes auf die Wirbelsäule“. Ein fünf Kilo Gewicht aus Eisen zieht meine Hände nach unten. „Ja, da staunst du, was? Wie soll unsere Wirbelsäule damit fertig werden!“ Mir leuchtet ein: Der Kopf kann nur auf einer wirklich geraden Wirbelsäule mit Leichtigkeit getragen werden.

Divo zeigt auf ein großes medizinisches Schaubild des menschlichen Skeletts. Das Rückgrat ist da S-förmig gekrümmt. Mir schien das bisher die natürliche Haltung des Menschen. „Das ist sie nicht!“ klärt mich Divo auf. „Die üblichen medizinischen Darstellungen beruhen auf liegenden Leichnamen von Menschen, die der Anatomie zur Verfügung standen: und das waren sicher nicht die glücklichsten oder gesündesten.“ Allerdings, und das ist sehr wichtig im Alta Major: Fast jeder Mensch erleidet in seinem Leben einen „Knick“, oft durch psychische Belastungen, Unfälle oder auch Nachahmung der Eltern u.a. Eine Beugung und Krümmung des Rückgrats, die dann durch Gegenbeugung kompensiert wird – eben um das Gewicht des Kopfes zu halten, bildet das Hohlkreuz.

Laut Divo wird die Verkrümmung der Wirbelsäule von der bisherigen Schulmedizin durch die entsprechenden Schaubilder geradezu zementiert. Und dieses Bild beeinflusst auch die Diagnose und Behandlung von Bandscheibenvorfällen. Die Bandscheiben müssen keinesfalls verschleißen. Sie können sich durch die richtige Haltung sogar im hohen Alter noch regenerieren. Der Mensch muss im Alter nicht zwangsläufig schrumpfen. Er kann sogar wachsen, wenn die „Alta Major – Schubkraft“ im Körper geweckt wird.

Die Berührung

Theoretisch klingt das alles ganz überzeugend. Die Umsetzung in die Praxis ist das Problem, auch und gerade in der heutigen Vorsorgemedizin. Wir wissen meist ganz gut, was wir für unsere Gesundheit tun könnten oder sollten, doch wir tun es nicht. Hier liegt vielleicht die wahre Stärke von Divos Methode. Sie hat einen Weg gefunden, dem Körper und unserem Unterbewusstsein unmissverständlich zu vermitteln, was wie zu verändern ist.

Wir sitzen vor dem großen Wandspiegel, jeder auf einem Hocker. Divo fragt: „Darf ich dich berühren?“ Das ist zum einen Ritual, Respektbezeugung gegenüber dem Anderen, zum anderen auch gesetzliche Absicherung. Denn hierzulande darf bekanntlich niemand offiziell „heilen“, der keine Heilbefähigung (medizinische Ausbildung) hat. Alta Major ist also eine Beratung mit dem ausdrücklichen Einverständnis des „Klienten bzw. Ratsuchenden“, keinesfalls eine medizinische Behandlung.

Divo führt meine rechte Hand zunächst an ihr Brustbein, dann an Kinn und Stirn. „Bitte schließ die Augen. So sind wir gemeint, soweit ich fähig bin, es dir zu zeigen. Und nun kannst du die Tendenz fühlen, die ich wahrgenommen habe und die wir auf deinem Foto gesehen haben, den ‘Ist-Zustand’ Sie hält meine Hand an ihrem Körper. Brust und Schultern sinken scheinbar endlos weit nach vorne herab, der Kopf sackt um wenigstens zehn Zentimeter. Das ist ja ein deprimierter, alter Mensch! „Daran ist nichts falsch“, beruhigt mich Divo, als könnte sie meine Gedanken lesen. „Der Körper hat sich nur auf die Umwelt und deine Gefühle eingestellt. Er wollte sich bzw. dich schützen. So hat er sich zusammengezogen, als Reaktion auf äußere Begebenheiten und innere Befindlichkeit. Und nun zeige ich dir, wie wir da wieder herauskommen.“ Schon fühle ich mit geschlossenen Augen, wie Divos Körper aus der Gebeugtheit den Weg der Aufrichtung vollzieht:

Nun sitzt Divo hinter mir. Durch ihre Berührung erinnert sich mein Körper an das, was ich gerade bei ihr wahrgenommen habe: „Das ist der erste Schritt: die Schulter geht nach… bitte sage es laut mit mir zusammen… ja, nach hinten! Der zweite Schritt: die Schulterblätter gehen nach oben. Das kennen sie aus der Schutzhaltung. Nun: Sinken lassen. Und der dritte Schritt: die Schulterblätter gehen zur Mitte. Sag es bitte laut: …gehen zur Mitte! Wunderbar, sehr gut, wie du das machst! Wir sagen jetzt zusammen: Halten, halten…und die Anspannung langsam wieder loslassen. „Der Schultergürtel richtet den Körper auf, nicht die Wirbelsäule.“ verrät mir Divo. Doch woher kommt die Kraft zur Aufrichtung? Letztlich aus der Erde selbst, die uns mit ihrer Schwerkraft doch eigentlich eher zu Boden zu ziehen scheint. Divo zeigt mir, wie sich ihre Füße auf den Boden stemmen, im Sitzen und im Stehen, und wie dadurch über die Beine und das Becken eine Kraft bis zum Kopf strömt, die den gesamten Körper aufrichtet – die Alta Major Schubkraft.

Ein zweites Polaroid-Bild zeigt die jetzt aufgerichtete, aufrechte Haltung. Vorher – Nachher. Doch es bleibt nicht bei der Momentaufnahme. In den folgenden Tagen erinnere ich mich immer wieder daran, mich aufzurichten: Schultern nach hinten, fallen lassen, zur Mitte, halten, halten, loslassen.

Bewusstseinserweiterung und Evolution

Das Konzept von Alta Major ist vielschichtig. Die körperlichen und gesundheitlichen Aspekte sind hier nur skizziert. Weit darüber hinaus wird eine Vision des „wahren“, „aufrechten“ Menschen entworfen, vergleichbar etwa der Philosophie von Aurobindo. Dazu ein kurzes Interview mit Divo Köppen-Weber.

Hilft uns Alta Major, über den körperlichen Tod hinaus zu blicken und zu lebe?

Wenn wir den Körper eines Tages in dem Bewusstsein der Aufrichtung, in der Vision, wie wir gemeint sind, verlassen und uns selbst mit allem, was war, akzeptiert haben, gelangen wir zu innerem Frieden und sind im Übergang zu einer neuen Schwelle, die wir Sterben nennen. Wir haben im Leben bereits praktiziert, all das zu erkennen und zu erfassen, was wir nicht wirklich sind, alles das, was in uns selbst kommt und geht, also vergänglich ist, wie unsere Worte, Gedanken, Gefühle, der Körper und die Körperform. Dann hat die Körperseele nicht mehr das Bedürfnis, so schnell wie möglich einen neuen Körper zu bekommen, um sich selbst als Körper endlich vollkommen wahrnehmen zu können. Dann muss der Körper nicht mehr unbewusst gestalten, um uns Menschen ein Zeichen zu setzen, als Chance die bewusste Gestaltung erkennen zu können und in Richtung Vollkommenheit zu gehen.

Der Körper lässt uns erst dann in Frieden, wenn er in seinen Botschaften erkannt wurde und wenn er wie ein Kind von der Mutter, von unserem Geist geführt wird. Das zu erkennen, was immer bleibt, was weder jemals geboren wurde, noch jemals stirbt, ist dieser klare Geist, der eins geworden ist mit der absoluten Schöpferkraft. Der Schöpfer erkennt sich selbst, er erkennt sich in dem, was er erschaffen hat, gerade so wie unser Geist über den Körper und die Körperform erkennt, was er selbst unbewusst im Lauf der vielen Inkarnationen erschaffen hat, und was als Geist in der Materie wieder eins werden möchte, mit dem Schöpfer in uns selbst und der Schöpferkraft des göttlichen Bewusstseins.

Was bedeutet „Erleuchtung“ des Körpers? Betrachten wir zunächst mal das Wort „Erleuchtung“. In einem dunklen Raum erscheint Licht, es wird hell, die Dinge werden beleuchtet. In unserem Fall ist dieser Raum unser Körper, den unser Wesen hier auf dem Planeten als sein 1. Haus bewohnt. Je mehr dieses Haus beleuchtet wird, desto mehr sind wir auf dem Weg zu einem erleuchteten Körper. Der Körper wird nicht nur in seiner äußeren Form gesehen, belichtet, erleuchtet, sondern von unserer geistigen Schöpferinstanz auch in seinem Ausdruck, der Körpersprache, und im im innersten Empfinden.

Ist das eine körperliche Auferstehung, wie im Christentum verheißen?

Ja! Für die Auferstehung ist die Kreuzigung Voraussetzung. Ich fand das immer sehr bezeichnend, dass Menschen, wenn sie vom Kreuz sprechen, ihren beladenen Rücken oder die schmerzende Wirbelsäule meinten. Ich hab schon immer die Analogie zur Kreuzigung gesehen. Die Kreuzigung hat unseren ganzen Planeten erwischt. Kein Land mehr ist von dieser Krankheit oder Seuche Rückenschmerzen verschont. Sollten wir das nicht als großen Aufruf sehen, dass irgendwas mit der Spezies Mensch und seinem Körper geschehen möchte? Könnten die Rückenschmerzen der Aufruf an die Menschen sein, sich zu einer neuen Stufe der Entwicklung aufzuschwingen? Die „Mutter“ (Aurobindo) stellte die Analogie her, wie die Fische sich mehr und mehr aus dem Wasser erhoben und zu Vögeln wurden. Ganz ähnlich sehe ich das in der Entwicklung des Menschen. Die Auferstehung des Menschen kann aber nur dann stattfinden, wenn er sich aus seiner eigenen Schöpferkraft heraus entscheidet, wen oder was er verkörpern möchte. Will er ewig das Elend der Vergangenheit verkörpern, in den Knicks der Wirbelsäule? Oder möchte er den Sprung machen, wie Goethe sagt: werde, der du bist, der Bildner deiner selbst?

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