SOZIALE KONTAKTE SIND WICHTIGER ALS GELD

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„Glücksformeln“ – Im Gespräch mit Regisseurin Larissa Trüby

Wer möchte nicht glücklich sein und hat sich in dunklen Stunden gefragt, wie andere das wohl hinbekommen? Inspiriert von der alljährlichen Happiness- Konferenz im australischen Sydney, hat sich die Regisseurin Larissa Trüby auf die Suche gemacht. Im Gespräch verrät die Dokumentarfilmerin, wie sie auf die Idee dazu kam und was sie bei der Recherche gelernt hat.

Wie ist die Idee zu einer Dokumentation über Glück entstanden?

Sie ist über einen längeren Zeitraum gewachsen. Ich wollte schon seit vielen Jahren einen Film darüber machen, was Menschen antreibt, was ihr Motor im Leben ist. Daraus entwickelte sich der Gedanke, der Frage nachzugehen, was Menschen als ihr Lebensglück sehen. So kam es zur Beschäftigung mit dem Thema Glück und insbesondere der Glücksforschung. Der wissenschaftliche Aspekt war mir dabei sehr wichtig. Ich wollte herausfinden, welche Erkenntnisse weltweit anerkannte Wissenschaftler aus den verschiedensten Fachbereichen zum Thema Glück gewonnen haben – was sozusagen „state of the art“ in der Forschung ist, jenseits der Pop-Psychologie.

So haben Sie 2009 an der jährlich stattfindenden weltgrößten Glückskonferenz in Sydney teilgenommen.

Dort waren Wissenschaftler aus den unterschiedlichsten Fachbereichen vertreten, wie zum Beispiel der australische Psychologe Timothy Sharp, ein bekannter Vertreter der positiven Psychologie, der das Happiness Institute in Sydney leitet. John Gottman, einer der bekanntesten Beziehungstherapeuten, hat einen spannenden Workshop zum Thema Glück und Beziehungen veranstaltet. Außerdem gab es einen Vortrag des kanadischen Psychiaters Norman Doidge, der ein Buch über Neuroplastizität geschrieben hat: die Fähigkeit unseres Gehirns, sich bis ins hohe Alter zu verändern. Diese Tatsache fand ich im Hinblick auf die Glücksforschung besonders faszinierend. Die Konferenz war der ideale Ausgangspunkt, die versammelten Wissenschaftler zu interviewen. Außerdem hat es sich wunderbar getroffen, dass Ed Diener, der weltweit die meisten Studien und Forschungen zum Thema Glück gemacht hat, 2010 die Ehrendoktorwürde der Freien Universität Berlin verliehen wurde. Ein Ereignis, bei dem viele Glücksforscher in Berlin zusammenkamen und bei dem wir auch drehen konnten. Parallel zur wissenschaftlichen Recherche habe ich hier in Deutschland nach Protagonisten aus dem täglichen Leben gesucht: Menschen zwischen zehn und 90 Jahren, die ihr Glück entweder gefunden haben oder noch danach suchen.

Geld hat einen weniger drastischen Einfluss auf das Glücksempfinden als man annehmen könnte. Glück lässt sich eher durch die Verbesserung der sozialen Kontakte erreichen.

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