In der so genannten REM-Phase schlafen wir nicht so tief. An den Schlafrhythmen und Gehirnwellen erkennt man, dass wir in diesem Zustand relativ nahe an der Wachgrenze sind. Die Gehirnwellen zeigen ähnliche Aktivitäten, als würden wir relativ komplexe Aufgaben lösen. Man wacht immer wieder auf, bekommt davon aber nichts mit. Jedes Aufwachen in der Nacht, das unter drei Minuten liegt, bekommt man normalerweise nicht mit. Man wacht auf und schläft sofort wieder ein. Dieses Aufwachen ist wahrscheinlich deswegen notwendig, weil es auf entwicklungsgeschichtliches Verhalten zurückgeht. Der Mensch ist immer wieder aufgewacht, um die Umwelt abzuchecken. Als nach der Eiszeit die ersten Menschen aufkamen, hatten die natürlich auch Feinde. Also haben sie immer wieder nachts abgecheckt, ob ein wildes Tier in der Nähe ist. In diesen Phasen, auch wenn sie einem nicht so bewusst sind, wacht man unweigerlich auf, wenn ein Impuls vorhanden ist, der in irgendeiner Weise bedrohlich ist. Wenn man so will, ist es ein historisches, übernommenes Sicherheitsmuster.
Da sich unsere Gesellschaft immer mehr dahin entwickelt hat, dass wir weniger körperlich, dafür mehr intellektuell und kreativ arbeiten, werden Schlaf und Traum immer wesentlicher.
Ja, wenn man gesund ist. Eine Ausnahme bilden Kinder und jene Menschen mit einem großen Schlafdefizit. Beide Gruppen ...
Das Interview führte Claudia Hötzendorfer
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