Sie sind gerade einmal ein bis zwei Millimeter groß und verbreiten doch einen enormen Schrecken. Der gemeine Holzbock, wie die Zecke auch genannt wird, ist auf dem Vormarsch. Was an sich nicht weiter erwähnenswert ist, wenn da nicht die von der Zecke übertragenen Krankheiten wären, deren Zahl in den letzten Jahren ständig ansteigt.
Weltweit sind rund 650 Zeckenarten bekannt. Die meisten von ihnen durchlaufen drei Lebensstadien: Larve, Nymphe und ausgewachsenes Tier. In den ersten beiden Lebensphasen haben sie sechs, später dann acht Beine.
Zecken meiden das direkte Sonnenlicht, dafür bevorzugen sie feuchte und schattige Regionen. Der Lebensraum der kleinen Blutsauger liegt vor allem in Wäldern, an dessen Rändern und in der Nähe von Gewässern. „Wirtsuchende Zecken sitzen an den Spitzen von Gräsern, krautigen Pflanzen oder anderen nicht zu bodenfernen Geländepunkten, die ein Zusammentreffen mit einem potentiellen Wirt wahrscheinlich machen“, erklärt der Mikrobiologe Dr. Jochen Süss und räumt gleich mit der Mär auf, Zecken würden Mensch und Tier anspringen oder sich auf sie fallen lassen. Vielmehr krallen sie sich in Sekundenschnelle einfach fest, wenn ihre Opfer an ihnen vorbeistreifen. Mit einem kompliziert aufgebauten Sinnesorgan am vorderen Beinpaar analysiert der Holzbock seine Umgebung, indem er Erschütterungen oder chemische Reize (Schweiß oder Atem) und Temperaturveränderungen wahrnimmt und einem sich nähernden Warmblüter zuordnet.
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