Jeder neugeborene Mensch muss als Baby und Kleinkind zunächst das Sprechen über einen längeren Zeitraum erlernen. Die (Mutter)-Sprache und das Sprechen lernen Kinder durch bloßes Zuhören und vielfältig wiederholte Nachahmungsversuche. Zusammen mit dem Sprechen und Sprechenlernen bildet sich nach und nach die Denkfähigkeit aus, das Gehirn bekommt dadurch seine ersten typischen gewundenen Strukturen, die sich im fortschreitenden Leben immer markanter plastisch ausgestalten. Auch aus diesem Grund ist das möglichst frühe, richtige und intensive Sprechenkönnen sehr wichtig für eine gute geistige Entwicklung des neuen Erdenbürgers.
Der Mensch ist seinem ganzen Wesen und Verhalten nach dazu veranlagt, sein Wissen, sein Können, aber auch sein soziales Verhalten in der Gemeinschaft, sowie auch seine Sitten, Gebräuche und seine Kultur schon als Kind von anderen Menschen zu übernehmen, vor allem durch Beobachtung und Nachahmung, durch Lern- und Denkprozesse, durch Erziehung, Einsicht und Lebensnotwendigkeit. Das Mittel für das Aufnehmen und Weiterreichen von Wissen, Kenntnissen und Erfahrungen ist in erster Linie das wechselseitige Gespräch, die Unterrichtung, die Unterhaltung, das Miteinander-Sprechen, die Aussprache, die Diskussion, die Erörterung, der verbale Gedankenaustausch.
Es lässt sich beobachten, dass bereits bei der Erziehung der Kinder heute in immer mehr Familien – möglicherweise aus Unwissenheit – es oftmals versäumt wird, die erforderlichen positiven Voraussetzungen zu schaffen, dass die Kinder in ihrer weiterer Zukunft einmal in der Lage sein werden, sozial und kommunikativ und möglichst verträglich mit ihren Mitmenschen umgehen und auskommen zu können. Die allenthalben erkennbaren Folgen sind Vereinsamung und Egoismus.
Es ist daher eine der wichtigen und wesentlichen Erziehungsaufgaben und Anforderungen an die Eltern, aber auch an die Gesellschaft und vor allem an die Schule, möglichst viel und oft mit dem Kind bzw. den Kindern zu reden, insbesondere aber die Kinder erzählen und fragen zu lassen in einer freilassenden, ungezwungenen und vor allem angstfreien lebendigen Art. Diese entwickeln dabei fortwährend Gedanken und bilden ihr Denkvermögen immer weiter aus. Dazu gibt es täglich vielfältige Möglichkeiten.
Miteinander zu reden muss man bereits von Kindheit an immer wieder üben, mal heiter unbeschwert, mal konzentriert und ernst.
Es empfiehlt sich zu berücksichtigen und zu bedenken, dass ein Gespräch mit den Kindern bzw. dem Kind oder Jugendlichen nur dann wirklich in die Tiefe gehen und gute, positive Wirkungen herbeiführen kann, wenn es vom Erwachsenen sehr bewusst und mit möglichst großer Konzentration, d.h. mit wirklicher innerer Anteilnahme und wahrem Interesse geführt wird. Das Kind ist im Gespräch, wenn es sich ernst und gleichwertig genommen fühlt, in der Regel immer voll und ganz bei der Sache. Es merkt bei solchen Gesprächen allerdings sehr schnell und sicher, ob es vom Gegenüber als vollwertig und vor allem ernst genommen wird, oder ob sein Gegenüber mehr oder weniger geistig abwesend, gelangweilt und/oder unkonzentriert ist. Leider werden von Erwachsenen im kommunikativen Umgang mit Kindern oftmals auch manche „Fehler“ gemacht, die eine Reihe von nicht erwünschten negativen Folgen bewirken können. Einige bekannte Beispiel mögen das verdeutlichen.
Nicht selten läuft und „dudelt“ in zahlreichen Familien im Hintergrund fast ununterbrochen entweder das Radio oder der Fernseher, oftmals gedankenlos, zum Beispiel als Geräuschkulisse ..
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