Eltern und Kinder sind nachweislich Spiegel füreinander; der eine beeinflusst das Wohlbefinden des anderen. Die geistige Verfassung der Eltern sowie die Gefühlsbindung zwischen Eltern und Kindern sind dabei weitaus wichtiger als Lebensstil oder Markenkleidung. Ein Kind, das sich behütet, umsorgt und vor den Unbillen einer gewalttätigen oder feindseligen Welt „da draußen“ beschützt fühlt, wird zu einem intelligenten, zufriedenen Erwachsenen heranwachsen, der fähig ist, sich den Anforderungen der Welt zu stellen, und ganz nebenbei auch die Eltern glücklich macht.
Es gibt Eltern, die der Ansicht sind, dass die Welt da draußen ein Dschungel ist und dass sie ihr Kind zu einem harten Kerl heranziehen müssen, der sich durchsetzen und überleben kann. Neuere Ergebnisse aus der Gehirnforschung zeigen, warum diese Vorstellung nicht brauchbar ist und weder dem Kind noch den Erwachsenen noch der Gesellschaft nützt. Die besten Voraussetzungen, um in einem Dschungel überleben zu können, sind Intelligenz, Ausgeglichenheit, Selbstbewusstsein, Einfallsreichtum und die Fähigkeit, glücklich zu sein. Mit solchen Eigenschaften ausgestattet findet man „da draußen“, egal wo man sich aufhält, auch keinen feindlichen Dschungel vor, sondern eher eine Art Spielplatz.
Spielen ist für Kinder der Königsweg zu Intelligenz, kreativem Denken und Freude. Ein Kind, das spielen kann, wird Zeit seines Lebens von dieser Fähigkeit profitieren. Erwachsene jammern oft, dass Kinder immer nur spielen wollen, aber genau diese Eigenschaft, die Fähigkeit, staunen zu können, und die Freude am Lernen, ist natürlicherweise in uns angelegt, und eigentlich sollten wir sie uns auch als „reife“ Erwachsene bewahren. Wenn aus dem Kind ein Erwachsener wird, sind es genau diese „kindgleichen“ Eigenschaften, welche die Elternrolle zu einer der intensivsten Lernerfahrungen machen, die man sich vorstellen kann.
Der evolutionäre Prozess strebt nach höherer Intelligenz, und völlig altersunabhängig ist Spiel der Schlüssel zu dieser Intelligenz, zu ihrer Entwicklung und all ihren Spielarten. Der natürliche Hang zum Spiel macht das Leben für alle glücklicher und gewinnbringender. Nicht spielen zu können widerspricht der Natur und führt früher oder später zu Gewalt.
Ganz offensichtlich brauchen Kinder Grenzen und fühlen sich innerhalb bekannter Einschränkungen durchaus wohl, sofern diese gerecht und nicht willkürlich sind. Grenzen zeigen Kindern, dass sie wichtig sind, dass man auf sie schaut und sich um sie kümmert. Aber Grenzen sind auch Fesseln. Kleine Kinder haben ...
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