ARCHÄOLOGIE: Bulgarischer Tempel älter als die Pyramiden

November 2007

Archäologen haben Beweise für ihre langjährige Vermutung gefunden, dass das Orpheus-Heiligtum in Bulgarien vor den ägyptischen Pyramiden erbaut wurde. Die zentrale und höchste Stelle am Heiligtum hat die Form eines Pyramidenstumpfes. Für die Wissenschaftler ist es eine Sensation: Bei Ausgrabungen im Heiligtum des mythischen griechischen Sängers Orpheus stießen sie auf eine Schicht aus der Kupfersteinzeit (4300 bis 2200 vor Christus). Dort fanden sie sowohl Kultgegenstände als auch Reste von Gebäuden. Sie beweisen die frühe Entstehung des Tempels im ehemaligen Thrakien. Die Kultstätte liegt rund 250 Kilometer südöstlich von Sofia. „Vor 6000 Jahren ist an diesem Ort ein Heiligtum entstanden“, bekräftigt der bulgarische Archäologe Nikolaj Owtscharow. Dort wurden Hirsche und Wildschweine geopfert, ist der in Bulgarien auch liebevoll „Indiana Jones“ bezeichnete Professor überzeugt. Allein aus der Bronzezeit stammen mehr als 30 Opferaltäre, an denen die Zukunft vorausgesagt wurde. Owtscharow geht davon aus, dass in diesem Heiligtum im zweiten Jahrtausend vor Christus auch der sagenhafte Sänger Orpheus verehrt wurde.

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