Amerikanische Archäologen haben im Norden des Sudan die Überreste einer Goldgräbersiedlung entdeckt. In dem Ort am Nil wurden zwischen 2000 und 1500 vor Christus Golderze abgebaut und weiterverarbeitet. Er gehörte zum sagenumwobenen Königreich von Kusch, einem Staat in der auch Nubien genannten Region, der viele Jahrhunderte lang seine Unabhängigkeit gegenüber dem mächtigen Ägypten behaupten konnte. Neben Geräten zur Golderzeugung entdeckten die Wissenschaftler um Bruce Williams und Geoff Emberling von der Universität von Chicago auch einen Friedhof und Überreste von Keramik. Die Funde zeigten, wie weit der Einfluss des nubischen Reichs einst nach Norden reichte, das damit einen Streifen von mehr als 1.200 Kilometern entlang des Nils umfasste, erklären die Forscher. Sie hoffen, mit der Entdeckung mehr Klarheit in die Geschichte dieses Königreichs zu bringen, über das die Überlieferung im Vergleich etwa zu den ägyptischen Dynastien sehr lückenhaft ist. Nachdem durch den Bau eines Staudamms in der Nähe des Fundorts ein etwa 160 Kilometer langer See entstehen wird, suchen Archäologen aus der ganzen Welt in der betroffenen Region derzeit fieberhaft nach archäologischen Fundstätten.
Quelle / Info: ddp / http://www.wissenschaft.de