Erziehung: „GUTE BINDUNG BEWIRKT VIEL MEHR ALS DRUCK UND STRAFEN“

September 2008

meint der bekannte kanadische Entwicklungspsychologe Prof. Dr. Gordon Neufeld, weltweit einer der führenden Experten im Umgang gerade mit „schwierigen“ Kindern. „Beziehung ist wichtig - Relationship matters“ lautet denn auch der Titel seines Vortrags im Saal der Frankfurter Epiphaniaskirche am Mittwoch 17. September 2008. Angesichts zunehmender Gewalt- und Lernprobleme bei Kindern und Jugendlichen stehen derzeit Programme zur Verhaltensänderung (Nulltoleranz, Auszeiten, Jugendarrest usw.) hoch im Kurs. Sie richten sich jedoch fast immer auf die Symptome, das Verhalten der jungen Menschen, nicht auf die entwicklungspsychologischen Ursachen der Probleme. Natürliche erzieherische Autorität, so Neufeld, ergibt sich von selbst, wenn Kinder und Jugendliche eine gute Beziehung zu den Erwachsenen haben und ihnen nacheifern. Doch die intensivsten Bindungen vieler junger Menschen heutzutage bestehen nicht zu Eltern, Lehrern und anderen Erwachsenen, sondern zu Gleichaltrigen. Die Folge: Von Erwachsenen wollen die Kids buchstäblich „nichts mehr wissen“. Sie lernen nicht mehr, sie befolgen Anweisungen nicht und vor allem: Ihre innere Entwicklung zu reifen, demokratiefähigen Bürgern wird durch das Fehlen stabiler Bindungen an verantwortliche Erwachsene zunehmend blockiert. Wie entsteht eine stabile Bindung zu unseren Kindern? Wie pflegen wir sie? Was können wir tun, wenn sie verloren gegangen ist? Antworten auf diese Fragen gibt Prof. Neufeld während seiner diesjährigen Europareise in seinem Vortrag in Frankfurt. Anlass des Deutschlandbesuchs ist ein Seminar für Lehrer und andere Interessierte am 15./16. September, zu dem die Universität Mainz einlädt.

Vortrag: Mittwoch 17.9. 2008, 19:30, Gemeindesaal Epiphaniaskirche Frankfurt. Info: www.gordonneufeld.de

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