Gesellschaft: Engagement und Ehrlichkeit werden immer wichtiger

März 2007

Ist die Rückkehr zur Moral in allen Lebensbereichen angesagt – im privaten wie auch in der Wirtschaft? Matthias Horx vom Zukunftsinstitut mit Sitz in Kelkheim ist davon überzeugt: „Reformen können nicht mehr allein vom Staat bewältigt werden, sondern wir alle müssen als Bürger und Individuen unser Verhalten, unsere Wertmaßstäbe und unser Denken ändern, damit die Transformation gelingen kann.“ Er sieht den Beginn einer Phase, in der es um die Wiederentdeckung der eigenen Potenziale geht: durch Nachdenklichkeit und Ehrlichkeit. Dieser Trend des „neuen Glücksverständnisses“ durchzieht mittlerweile fast alle Bereiche. In den Medien dominieren bei den Büchern Themen wie „Anleitung zur Lebensvereinfachung“ und Frauenzeitschriften wie „Brigitte“ unterstützen ihre Leserinnen durch diverse Dossiers bei der Selbstfindung. Dankbarkeit, Selbst-Kenntnis und Selbstzufriedenheit als Seller.

Auch die Wirtschaft kann sich diesem Trend nicht entziehen. Kunden fordern von den Unternehmen Engagement für Mensch und Umwelt ein. „Simple, einleuchtende Produkte ohne große ‚Maskerade’ gewinnen ständig an Marktbedeutung“, so Horx. Geschichtslose Produkte, denen der Touch des Unehrlichen anhaftet, werden durch Produkte mit Herkunft aus dem „Bio-und Authentic-Sector“ verdrängt. Das Thema Unschuld wird zum Markenkern.

Der Wandel ist im Privaten erkennbar in der Suche nach einem Glück jenseits der materiellen Sicherheit. Es ist eine neue Häuslichkeit entstanden. Kinder und Küche sind als „wildes Abenteuer“ reizvoll geworden. Materielle Sicherheit hat an Wichtigkeit verloren. Menschen werden nicht dadurch glücklich, dass sie immer mehr Geld verdienen und materiellen Erfolg oder mehr soziale Sicherheit haben. Positives Denken und die Neugier auf die Zukunft schafften eine nachhaltige Zufriedenheit.

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