tritt Lehmanns Erbe an Robert Zollitsch heißt der Nachfolger Kardinal Lehmanns an der Spitze der Deutschen Bischofskonferenz. Der Freiburger Erzbischof gilt als effizient, zugänglich und vermittelnd. Bleiben wird er wohl nur für eine Amtszeit. Der 69-jährige Zollitsch gilt in Kirchenkreisen wie sein Vorgänger Lehmann als eher liberal. Lehmann war nach 21 Jahren als Vorsitzender der Bischofskonferenz wegen gesundheitlicher Probleme auf eigenen Wunsch vorzeitig aus dem Amt geschieden, bleibt aber Bischof in Mainz. Seit 2003 Oberhirte in Freiburg, der zweitgrößten deutschen Diözese, hat sich Zollitsch in kurzer Zeit den Ruf erworben, „sein Erzbistum pastoral erneuert, organisatorisch im Griff und finanziell unter Kontrolle zu haben“, wie die „Badische Zeitung“ schrieb. „Ich sehe mich als Brückenbauer“, sagte Zollitsch bei seiner Amtseinführung, und: „Ich will ein Bischof zum Anfassen sein.“ Das persönliche Gespräch ist seine Stärke, Zollitsch ist offen, er kann zuhören und Meinungen zusammenführen. Dabei bleibt er stets verbindlich. Mit diesen Eigenschaften steht das Freiburger Kirchenoberhaupt in der Tradition von Kardinal Karl Lehmann. Beide sind seit Jahren befreundet.
Die von Rom vorgeschriebene Ehelosigkeit der Pfarrer würde er lieber als freiwillige Lebensregel sehen. Das Zölibat, sagt er, sei für die Priestertätigkeit zwar positiv, theologisch aber nicht zwingend. Aus seiner 20-jährigen Zeit als Personalchef bringt Zollitsch die Kunst des geschickten Fragens und Zuhörens, der effizienten Gesprächsführung und eine sichere Menschenkenntnis mit. In seinem neuen Amt als Moderator einer überwiegend aus Solisten zusammengesetzten Bischofskonferenz werden ihm diese Fähigkeiten nützlich sein.
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