Mit einem einfachen Augenscan lässt sich Multiple Sklerose schon in einem frühen Stadium diagnostizieren. MS greift auch den Sehnerv an. In den Hirnen von Menschen, die unter Multipler Sklerose leiden, sterben nach und nach die Nervenzellen ab. Bislang ließ sich der Verfall nur durch aufwendige Verfahren dokumentieren: Mit einer Computertomographie des Gehirns können Mediziner verfolgen, wie die Gehirnmasse schrumpft. Doch die Methode hat ihre Schwächen: „So misst man zwar den allgemeinen Gewebeverlust, aber nicht das spezielle Absterben von Nervenzellen“, erklärt Peter Calabresi.
Gemeinsam mit seinem Team nutzt der Wissenschaftler ein präziseres und zugleich einfacheres Verfahren: Mittels eines optischen Kohärenztomographen untersuchen die Forscher den Zustand der Nervenzellen in der Netzhaut (Retina) des Auges. In diesem Bereich sind sie nicht von der typischen Myelinschicht überzogen, die die Neuronen sonst isoliert und schützt. Durch Vergleiche mit Ergebnissen von gesunden Personen konnten die Forscher mit dem Verfahren feststellen, wie stark die Nervenschäden von 40 MS-Patienten waren.
Das Verfahren ist mit fünf Minuten weit weniger zeitaufwendig und auch zehnmal kostengünstiger als ein Computertomogramm. Vor allem lässt sich mit der Methode eine Multiple Sklerose schon in einem frühen Stadium feststellen, wenn das Hirn erst wenig Volumen verloren hat und eine medikamentöse Therapie den größten Nutzen hat.
Quelle / Info: http://www.focus.de