MEDIZIN: HIV-Zahlen übertrieben?

Juli 2007

Jahrelang sollen mit AIDS befasste Institute der UNO (UNAIDS) zu hohe Zahlen über die mit AIDS-Infizierten angegeben haben. In Indien seien laut Experten der Weltgesundheitsorganisation WHO über 5,7 Millionen mit dem Virus infiziert. Dem Land wurde ein Seuchenkollaps wie im südlichen Afrika prophezeit. Doch indische Seuchenmediziner berichteten kürzlich, dass in Indien nur rund 2,5 Millionen das Virus in sich tragen. Auch in anderen Teilen der Welt, wie in Südafrika, erwiesen sich die bisher offiziellen Zahlen als zu hoch. James Chin, Professor an der Berkeley- Universität und Leiter der AIDS-Abteilung der WHO in Genf bis 1992, wirft in seinem neuesten Buch „The Aids Pandemic“ internationalen Hilfsorganisationen vor, die Ausbreitung des Virus systematisch übertrieben zu haben. Statt Aufklärung zu betreiben, hätten sie Mythen in die Welt gesetzt. Nicht epidemiologischer Sachverstand motiviere ihr Handeln, sondern Opportunismus und “political correctness“. Sie lögen des guten Zwecks wegen. Je furchtbarer die Zahlen, desto höher die Zahlungen aus der internationalen Gemeinschaft, desto höher auch ihre eigene Bedeutung und die ihrer Botschaften. Chin will die Gefahr von AIDS nicht herunterspielen. Doch Tatsache ist, dass die AIDS-Welle überall in der Welt allmählich abklingt.

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