Immer wieder werden ganz einfache Entdeckungen mit enormem Potenzial gemacht. So entdeckte der Mikrobiologie-Professor Aftim Acra „zufällig“, dass die Sonne imstande ist, Mikroorganismen im Wasser abzutöten. 1984 publizierte er seine Entdeckung in einem Fachblatt. Niemand mochte so richtig daran glauben - bis sich die Eidgenössische Anstalt für Wasserversorgung, Abwasserreinigung und Gewässerschutz (Eawag) in Dübendorf des Themas annahm. Die Abteilung für Wasser und Siedlungshygiene in Entwicklungsländern (Sandec) sah in der solaren Trinkwasserdesinfektion ein riesiges Potenzial: „Über eine Milliarde Menschen weltweit haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser“, konstatiert Martin Wegelin, der das Projekt von Anfang an leitete. Zwar gab es schon Methoden wie die Chlorierung oder das Abkochen von Wasser. „Aber die Chemikalien sind nicht überall verfügbar und das Kochen des Wassers braucht viel Energie.“ 1991 begannen intensive Forschungsarbeiten in Labor und Feld. Das Prinzip ist mehr als simpel. Das zu reinigende Wasser wird in Plastikflaschen (PET) ca. sechs Stunden in die Sonne gelegt. Die Wirksamkeit dieser Methode, Sodis genannt, ist heute wissenschaftlich anerkannt: 99,9 Prozent der Viren und Bakterien im Wasser sind nach sechs Stunden Sonneneinstrahlung abgetötet. Was sich indessen als unerwartet schwierig erwiesen hat, ist die Vermittlung in jenen Regionen der Erde, wo die Menschen am dringendsten sauberes Wasser benötigen. Sie wollen einfach nicht glauben, dass diese Methode hilft oder nötig ist.
Quelle / Info: http://www.coopzeitung.ch