Bundeskanzlerin Angelika Merkel empfing – als erste im Amt des deutschen Bundeskanzlers – den Dalai Lama im September offiziell im Kanzleramt. Sie habe dem Dalai Lama ihre Unterstützung bei seinen Bemühungen um die Wahrung der kulturellen Identität Tibets zugesichert, sagte Regierungssprecher Ulrich Wilhelm nach dem rund einstündigen Gespräch Merkels. Merkel habe auch die Politik des gewaltlosen Strebens nach religiöser und kultureller Autonomie gewürdigt. Er sei froh, dass die Politikerin „die alte Freundschaft“ bewahrt habe, sagte das geistliche Oberhaupt der Tibeter nach dem Gespräch. Häufig gebe es Menschen, die in hohen Positionen eine erstaunliche Distanz aufbauten. Merkel gehöre nicht dazu, sagte der Dalai Lama.
Der hessische Ministerpräsident Roland Koch, der an dem Gespräch teilnahm, verteidigte Merkel gegen Kritik aus China. Es sei gut, dass sich die Kanzlerin nicht habe beirren lassen. Der CDU-Politiker betonte, Deutschland könne froh sein, „dass Menschenrechtsfragen für Angela Merkel einen so hohen Stellenwert haben und sie in aller Welt Klartext redet und danach handelt.“
Am 16. Oktober empfing Präsident G. W. Bush den Dalai Lama im Weißen Haus, wo dieser die Goldmedaille für den Einsatz für Frieden und Völkerverständigung, die höchste Auszeichnung des amerikanischen Kongresses, entgegen nahm. Auch darauf reagierte Peking mit starken Protesten.
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