Phonetik: Was eine Männerstimme attraktiv macht

Juni 2007

Die Stimme eines Mannes muss nicht bei sonoren Bassfrequenzen tönen, um von Frauen als attraktiv empfunden zu werden. Eine Frankfurter Phonetikerin hat ermittelt, dass der von einer Stimme hinterlassene Eindruck von mehreren weiteren Faktoren abhängt. Diese können in verschiedenen Ländern durchaus unterschiedliches Gewicht haben. „Es gibt klar definierte Eigenschaften, die eine Stimme attraktiv oder weniger attraktiv klingen lassen”, erklärt Vivien Zuta von der Universität Frankfurt am Main. Zusätzlich zu der Grundfrequenz, typischerweise bei 120 Hertz gelegen, seien auch Sprechmelodie, Artikulation und bestimmte Laute von Bedeutung. Zuta spielte ihren Probandinnen Sprachaufnahmen mit unterschiedlichen Eigenschaften vor und bat sie, deren Attraktivität einzuschätzen und sich den zugehörigen Mann vorzustellen. Eine ansteigende Sprechmelodie steigert demnach die Attraktivität des Sprechers, allerdings darf sie nicht allzu sehr von der Grundfrequenz abweichen. Auch Pausen und Hesitations (d.h. Zöger-)laute wie „äh” und „eh” beeinflussen den Gesamteindruck, ermittelte Zuta. Gelegentliche nasale Laute, wie sie nicht nur bei einem Schnupfen vorkommen, mindern die Attraktivität deutlich, ermittelte die Forscherin. Das gilt aber nur für deutsche Hörerinnen. Französische Geschlechtsgenossinnen, in deren Muttersprache Nasallaute gang und gäbe sind, stoßen sich nicht daran.

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