Psychologie: Jeder ist ein Robin Hood

Mai 2007

Den Reichen nehmen, den Armen geben: Amerikanische Forscher haben herausgefunden, dass die Sehnsucht nach Gleichheit in der Natur des Menschen liegt. Dies sei einer der wichtigsten Gründe, warum wir mehr als andere Lebewesen zusammenarbeiteten, erklärte der Politologe James Fowler von der Universität von Kalifornien in San Diego. Mit seinen Kollegen hat er extra ein Spiel entwickelt, um den so genannten Robin-Hood-Impuls nachzuweisen. Er teilte 120 Studenten in Gruppen von vier Personen ein und wies jedem einen bestimmten Geldbetrag zu. Anschließend wurden die Teilnehmer darüber informiert, wie viel die anderen Gruppenmitglieder erhalten hatten. Die Probanden hatten die Möglichkeit, den Betrag der anderen Mitspieler zu steigern oder zu senken. In den meisten Fällen nahmen die Studenten das Geld des reichsten Mitspielers, um es dem ärmsten zu geben, beschreibt Fowler das Ergebnis der Studie – etwa 70 Prozent der Spieler hätten sich wie Robin Hood verhalten. Verärgert waren die Reichen darüber aber nicht: Selbst Spieler, denen zuvor Geld weggenommen wurde, waren in späteren Spielrunden auf eine gleichmäßige Verteilung bedacht.

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