Nach jahrelangen Beratungen hat der Vatikan nun beschlossen, die Vorhölle abzuschaffen und Kinder, die vor der Taufe sterben, ins Paradies zu lassen. Bisher mussten diese in die Vorhölle, die kam zwar ohne Teufel und Höllenqualen aus, sah aber eben auch keinen Himmel vor. Allerdings ist diese Entscheidung auch eine äußerst politische, denn für den Vatikan landeten in dieser Vorhölle auch Kinder, die gar nicht das Licht der Welt erblickt haben, sondern Opfer von Abtreibungen wurden. Drei Jahre beriet eine Theologenkommission des Vatikans über dieses Problem. Nun erschien ein Dokument mit dem deutschen Titel Die Hoffnung auf Heil für ungetauft gestorbene Kinder, dem auch Papst Benedikt XVI. zustimmte. Das Dokument macht Schluss mit der Auffassung: keine Taufe, demnach kein Paradies. Bisher befreite einzig und allein die Taufe von der Erbsünde und war damit unverzichtbar, um ins Paradies aufgenommen zu werden. Sündige Menschen, die aber über die Taufe verfügten, konnten auch über den Umweg Fegefeuer ins Paradies gelangen, ungetauften Menschen, eben auch Kindern, blieb dieser Umweg versperrt. Der Logik der katholischen Kirche nach befinden sich auch alle Menschen in der so genannten Vorhölle, die selbst wenn sie nie nach Auffassung der Kirche in ihrem Leben gesündigt hatten, nicht in den Himmel gelangen können, nur weil sie nie getauft worden sind. Das gilt für alle, die vor der Errichtung des Christentums und der Einführung der Taufe als heiliges Sakrament gestorben sind.
Quelle / Info: Roland R. Ropers, Transformative Philosophy & Publishing, International Gandhi & Griffiths Society