Die Hirnströme sind bei Menschen individuell so verschieden, dass sie als biometrische Merkmale verwendet werden können. So lassen sie sich neben Fingerabdrücken, der Beschaffenheit der Iris im Auge oder der Geometrie des Gesichts zur Identifizierung von Menschen nutzen. Das behaupten jedenfalls Wissenschaftler des europäischen Forschungsprojekts HUMABIO, die an der Hard- und Software eines solchen Erkennungssystems arbeiten. Bei dem System, das Wissenschaftler um Dimitrios Tzovaras vom Zentrum für Forschung und Technologie in Thessaloniki entwickeln, bekommt der Proband eine mit Elektroden ausgestattete Mütze aufgesetzt. Diese misst die Gehirnströme und zeichnet gleichzeitig das Hirnstrommuster, ein so genanntes Elektroenzephalogramm (EEG), auf. Die Probanden haben während der Messung Denkaufgaben zu bewältigen und sollen dabei die Augen schließen und nicht reden, um die Aufnahme möglichst nicht zu stören, erklärt Tzovaras. Die EEGs werden drahtlos auf einen Computer übertragen und dort mit früheren Aufnahmen verglichen, bei denen der Proband vor die gleiche Aufgabe gestellt worden war. Eine speziell entwickelte Software analysiert die für jeden Menschen typischen Muster der Hirnströme und kann so mit hoher Sicherheit die Antwort liefern, ob es sich um denselben Menschen handelt.
Quelle / Info: ddp/wissenschaft.de / http://www.wissenschaft.de