„Mein Sorgenkind“ nannte er LSD, dessen halluzinogene Wirkung er im 1943 zufällig bei einem Selbstversuch im Labor entdeckt hatte. Im Auftrag eines Pharmaunternehmens hatte der Schweizer Chemiker eigentlich nur nach einem kreislaufstimulierenden Wirkstoff gesucht – doch plötzlich sah er „ununterbrochen phantastische Bilder von außerordentlicher Plastizität und mit intensivem kaleidoskopartigem Farbenspiel“. Auf dem Heimweg erlebte er den ersten Horrortrip auf LSD, und es packte ihn „eine furchtbare Angst, wahnsinnig zu werden“. Die Euphorie, die seine Entdeckung zunächst bei Wissenschaftlern, später dann bei Hippies auf der ganzen Welt auslöste, beobachtete er mit gemischten Gefühlen. Bis zuletzt war er überzeugt, dass LSD, das seit den 60er Jahren verboten ist, in der Psychotherapie eine heilsame Wirkung enthalten könnte – aber er warnte stets davor, die Gefahren der Droge zu unterschätzen. Albert Hofmann starb im Alter von 102 Jahren am 29. April 2008 im schweizerischen Burg.
Quelle / Info: Der Spiegel 19/2008