Wie spirituell sind die Deutschen?

Mai 2006

Jeder siebte Deutsche ist ein spiritueller Sinnsucher unabhängig von den Kirchen. Das ergab eine Untersuchung der von Paul und Margret Kohtes 1998 gegründeten Düsseldorfer Identity Foundation in Zusammenarbeit mit der Universität Hohenheim im März 2006 auf der Grundlage von über 1000 persönlichen Interviews. Insgesamt lassen sich vier Typen unterscheiden: Die Spirituellen Sinnsucher (15%) forschen weitgehend ohne konkrete religiöse Rückbezüge nach neuen Formen der Selbstvergewisserung und beziehen dabei asiatische Praktiken und neue esoterische Disziplinen ein. Die Traditions-Christen (10 %) weichen immer mehr einer großen Gruppe der „Religiös-Kreativen“ (35 %), die ihre Sinnbezüge aus religiösen Fragmenten und eigener Reflektion speisen. Typische Statements: „Ich glaube an einen Gott, aber nicht, wie das Christentum ihn predigt. Meiner Meinung nach ist Gott nichts anderes als das Wertvolle im Menschen.“ Die größte Gruppe (über 40 %) bilden jedoch die „Unbekümmerten Alltags-Pragmatiker“, die sich fast vollständig von der Sinnfrage des Lebens distanzieren und ihr Heil vor allem in der eigenen, meist materiell begründeten Zufriedenheit sehen. Insgesamt gesehen sind die Deutschen zufriedener als vielfach befürchtet: 56,4 Prozent der Befragten bezeichnen sich selbst als zufrieden bis sehr zufrieden mit ihrem Leben, nur 6,1 Prozent sind dies wenig bis gar nicht.

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