Gott und Geld haben nichts miteinander zu tun

Gott und Geld haben nichts miteinander zu tun

Im Gespräch mit der afrikanischen Sängerin Angelique Kidjo

Auf ihrem neuen Album begibt sich Angelique Kidjo auf die Suche nach ihren Wurzeln, die weit über ihre westafrikanische Heimat Benin hinausgehen. Die Grammy-Preisträgerin lebt zwar in den USA, engagiert sich jedoch seit vielen Jahren für die Kinder Benins. Im Gespräch mit VISIONEN verrät die Sängerin, Tänzerin und Schauspielerin, warum sie die Arbeit im Studio nicht mag und warum sie findet, dass Spiritualität so wichtig ist.

Fotos Angelique Kidjo, Nuzzcom

Dein neues Album hast du ÕŸÖ genannt. Hat der Titel eine bestimmte Bedeutung?

Schlichtweg Schönheit. Schönheit ist nicht nur körperlich gemeint, sondern es gibt auch eine Schönheit der Künste, eine Schönheit der Menschen, eine Schönheit des Lebens. Weißt du, wir werden mehr und mehr begraben von einer Gesellschaft, in der Schönheit obsolet wird. Dafür nimmt die Gewalt immer mehr zu. Du findest sie überall. Du musst ja nur das Fernsehen einschalten oder ins Kino gehen. Ich möchte die Leute wieder dafür sensibilisieren, dass das Leben als solches schön sein kann. Ich habe beschlossen, wenn ich über meine Kindheit sprechen würde, dann würde ich erzählen, dass die wichtigste Lektion, die mir die Musik beigebracht hat, darin besteht, die Schönheit in jedem Menschen zu erkennen und an Träume zu glauben. Denn nur so können sie auch wahr werden und dir Kraft geben. Dieser starke Glaube an dich selbst macht dich zu einem guten Menschen. Hast du je davon gehört, dass jemand, der Gewalt zu seinem Credo erhoben hat, ein guter Mensch geworden wäre?

Ein Mensch ohne Spiritualität ist ein unausgefüllter Mensch.

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