Musikalischer Brückenschlag zwischen Kulturen

Musikalischer Brückenschlag zwischen Kulturen

Sara Tavares war auf dem Weg, ein erfolgreicher Popstar zu werden. Doch die Portugiesin entschied sich, ihre kulturellen und musikalischen Wurzeln in Afrika zu suchen. Sie reiste in die Heimat ihrer Eltern und hörte dort zum ersten Mal von Lokua Kanza. Der Nigerianer hat afrikanische Stars wie Miriam Makeba, Papa Wemba oder Youssou N’Dour produziert und nahm die 29-Jährige unter seine Fittiche. Eine Entscheidung, die Sara nicht bereut hat. Das neue Album Balancé, das Sara nahezu im Alleingang aufnahm, ist ein echter Ohrwurm geworden.

Du hast trotz deines Erfolges eine stilistische Kehrtwendung gemacht. Wie kam das? Als ich anfing, kannte ich nur die Künstler, die ich im Fernsehen gesehen oder im Radio gehört hatte. Das waren überwiegend amerikanische Musiker und Sänger. Als ich dann ambitionierter wurde und an meinem eigenen Repertoire feilte, fühlte ich, dass ich endlich etwas Eigenes machen sollte. Vor allem auch in meiner eigenen Sprache. Und in dem Moment, indem du die Sprache wechselst, verändert sich auch die Musikalität. Das ist rein subjektiv. Ich weiß, dass andere sich darüber keine Gedanken machen, aber für mich ist jede Sprache mit einer bestimmten Musik verbunden. Als ich mit der Recherche anfing, begann ich mit verschiedenen Rhythmen und Stilen aus Angola, Portugal oder den Kapverden zu experimentieren und sie zu mixen. Woher nimmst du die Ideen für deine Songs? Aus dem Alltag, von meinen Gefühlen, aus der Art, wie ich die Welt um mich wahrnehme, von den Menschen, mit denen ich lebe – besonders der afrikanischen Gemeinde in Lissabon. Sie inspirieren mich sehr. Ich gehöre zu ihnen, denn sie sind meine Generation. Das macht sie für mich zu etwas Besonderem. Wir sitzen irgendwie zwischen kulturellen Stühlen: auf der einen Seite die Kultur unserer afrikanischen ...

Das Interview führte Claudia Hötzendorfer

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