Als ich vom Stamm der nördlichen Lakandonen aufgenommen wurde, war das für mich wie eine Einweihung. Dazu musste ich erst einmal ihre Sprache lernen und lange bei ihnen leben. Als ich mich schließlich selbst versorgen und mich mit ihnen verständigen konnte, haben sie mich in ihren Stamm integriert und mich in die Geheimnisse des Heilens und in ihre Rituale eingeführt.
Ich fing nach dem Abitur gleich an zu studieren, und zwar Altamerikanistik bzw. altamerikanische Sprachen und Kulturen. Dabei lernte ich die Sprache der Maya und stieß in der Literatur auf Bilder der Lakandonen. Ich las, dass sie bis heute nicht erobert und christianisiert wurden und immer noch nach der alten Kosmologie der Maya leben. Da wusste ich, dass ich in jedem Fall dorthin muss. Das war ein persönliches und gleichermaßen wissenschaftliches Interesse.
„Spiritualität ist die geistige Erfassung der natürlichen Welt.“
Die waren begeistert. Ich war zum einen kein Missionar, und zum anderen hatte ich wie sie lange Haare (lacht). Ich denke der Türöffner war mein Interesse an ihrer Kultur. Sie merkten recht schnell, dass ich wirklich ihre Welt kennen lernen wollte, und so haben sie mich in alles eingeführt. Wie man von anderen Menschen gesehen und aufgenommen wird, hängt viel mit dem eigenen Herzen zusammen. Ich habe an allem teilgenommen. Auf diese Weise habe ich die ganze ...
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