In der Bhagavad Gita steht der Rat: „Widme dich mit ganzem Herzen deiner Pflicht, aber richte dein Herz nicht auf den Lohn!“ Wie aber soll das gehen? Normalerweise werden wir von Wünschen und Erwartungen, Hoffnungen und Ängsten zu unseren Leistungen angetrieben. Wir messen unser Handeln und das der anderen ständig am Ergebnis und halten es für sinnlos oder falsch, wenn es nicht unseren Erwartungen entspricht. Wie sollen wir dieses Denken überwinden? Woher soll die Motivation zur Erfüllung unserer Pflichten kommen, wenn wir bei dem, was wir tun, nicht mehr darauf schauen, was es „bringt“? Und wie findet man in den Zustand der Gelassenheit, in dem man sich weder von fremden noch von eigenen Zielvorgaben unter Druck setzen lässt?
Der Weg dorthin beginnt mit einer einfachen, aber selten praktizierten Regel: „Tu eine Sache auf einmal!“ Wenn wir arbeiten, sollten wir uns ausschließlich der momentanen Tätigkeit widmen und alles um uns herum vergessen. Haben wir die Arbeit mit voller Aufmerksamkeit abgeschlossen, können wir sie mit dem befreienden Gefühl hinter uns lassen, unsere Pflicht getan zu haben.
Meist folgen wir allerdings einer anderen Gewohnheit: Wenn wir unsere Arbeit tun sollen, denken wir sehnsüchtig an unsere Freizeit, in der wir endlich alle Verpflichtungen los sind, oder an all die anderen Dinge, die wir bis dahin noch zu erledigen haben. Das hindert uns aber daran, die augenblickliche Arbeit gewissenhaft zu erfüllen, und so kommt sie uns ausgerechnet dann in den Sinn, wenn wir uns zur Ruhe begeben oder uns zum Beten oder Meditieren hinsetzen. Ein großer Teil unserer Probleme lässt sich allein schon dadurch lösen, dass wir diesen praktischen Rat befolgen, denn auf diese Weise lernen wir, unsere Aufmerksamkeit auf ein einziges Ziel zu lenken, und das kommt uns wiederum in der Meditation zugute.
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