DIE BHAGAVAD-GITA Gott spricht mit Arjuna:

DIE BHAGAVAD-GITA Gott spricht mit Arjuna:

Paramahansa Yogananda über die Wissenschaft der Gottverwirklichung

Paramahansa Yogananda hat in seinem spirituellen Klassiker „Autobiographie eines Yogi“ Millionen von Menschen im Westen wissenschaftliche Meditationstechniken und die Philosophie des Ostens vermittelt. Mit seiner ausführlich kommentierten Übersetzung der Bhagavad-Gita, einer der bedeutendsten heiligen Schriften Indiens, gab er auch dem heutigen Gottsucher einen Ratgeber in die Hand, der ihm zeigt, wie man Glück, Frieden und Erfolg im Leben findet.

Die Jagd nach dem Glück führt im Grunde immer zur Suche nach Gott. Oft jedoch lassen wir uns von den Neigungen unseres Ego ablenken, statt uns der Führung unserer höheren Seeleneigenschaften anzuvertrauen. Paramahansa Yoganandas überragende Übersetzung und Auslegung der Bhagavad-Gita, Gott spricht mit Arjuna – jetzt zum ersten Mal als deutschsprachige Ausgabe erhältlich –, wirft ein neues Licht auf den universalen Kampf zwischen den höheren und niederen Impulsen, den wir alle zu bestehen haben, und beschreibt, wie man sich über die Begrenzungen des Ego- Bewusstseins erhebt und die Einheit der Seele mit dem allgegenwärtigen GEIST erkennt.

Yogananda – ein interdisziplinärer Geist

„Paramahansa Yogananda hat in seine Übersetzung und Auslegung der Bhagavad-Gita eine schwindelerregende Vielfalt aus folgenden Wissensgebieten aufgenommen: Psychologie, spirituelle Unterweisung, sprachwissenschaftliche Erkenntnisse, esoterische Physiologie, Kosmologie und die Lehre vom Yoga; und zeigt damit, dass jede Seele in dem epischen Kampf um geistige Verwirklichung zu einer einzigartigen Zentralfigur avanciert, die erfüllt ist von großem Heldenmut“, stellt Dr. Quincy Howe, ehemaliger Professor für vergleichende Religionswissenschaften und Sanskrit an den Claremont Colleges in Kalifornien, fest.

Yogananda – vor allem durch seinen spirituellen Klassiker „Autobiographie eines Yogi“ bekannt – setzt in seiner Auslegung dieser heiligen Schrift Indiens neue Akzente, indem er die seit langem verborgenen tiefsten geistigen, psychologischen und metaphysischen Wahrheiten der Gita offenbart. Die Schlacht von Kurukshetra, in der sich rivalisierende Sippen (die edlen Pandavas und die verräterischen Kauravas) bekämpfen, wird als Metapher benutzt, um die Auseinandersetzung zwischen Gut und Böse, Bindung und Ablehnung, Zuneigung und Abneigung zu offenbaren – kurz gesagt, für alles, was dem Bewusstsein eingibt, vom GEIST getrennt zu sein. Der Herr Krishna, der bei Ausbruch des Krieges dem Prinzen Arjuna als geistiger Ratgeber zur Seite steht, rüstet seinen Jünger mit einer ausgewogenen Strategie für die Schlacht des Lebens aus: Verzicht auf Bindung an die Früchte der Handlungen und hingebungsvolles Üben der einzelnen Schritte der wissenschaftlichen Yoga-Techniken. Wer sich gewissenhaft darum bemüht, sein inneres und äußeres Leben nach geistigen Prinzipien auszurichten, erlebt den Frieden und die Freude des Seelenbewusstseins und wird schließlich mit der allumfassenden Einheit verschmelzen, der Essenz allen Lebens.

In Gott spricht mit Arjuna werden unter anderem folgende Themen eingehend behandelt: der Ursprung und die Beschaffenheit des Kosmos; wie man Beherrschung des Geistes erlangt; Yoga-Prinzipien der Ernährung, Gesundheit und Heilung; Karma, Reinkarnation und die Evolutionszyklen des Lebens; seelische Eigenschaften, die den Menschen gottähnlich machen; Gut und Böse und ihre Beziehung zur Seele sowie die Bedeutung von Sat-Tat-OM: Gottvater, Sohn und Heiliger Geist.

Nachfolgend eine kleine Sammlung von Auszügen:

Yogananda über die Bhagavad-Gita

Die Bhagavad-Gita – eine ausführliche metaphysische und psychologische Abhandlung – beschreibt alle Erfahrungen, die dem geistigen Wanderer auf dem Weg zu seiner Befreiung begegnen, die positiven Zustände, die der Sucher anstrebt, [und] die negativen Zustände, die den Sucher einzuschüchtern und von seinem Ziel abzuhalten versuchen. ... Der Gottsucher, der den Weg, den er beschreiten muss, klar vor sich sieht, wird nie unsicher werden oder sich durch die unvermeidlichen Widerstände erschrecken lassen. Wer sich aufrichtig in die Botschaft der Gita vertieft, findet in der Gita einen treuen Wegbegleiter, der ihn nicht nur unterweist und ermutigt, sondern auch warnt und beschützt.

Die Gita … ist ein Buch allumfassender Selbst-Verwirklichung, das den Menschen mit seinem wahren SELBST, der Seele, bekannt macht. Es erklärt, wie er aus dem GEIST hervorgegangen ist, wie er auf Erden die ihm auferlegten Pflichten erfüllen soll, und wie er wieder zu Gott zurückkehren kann. Die Weisheit der Gita ist nichts für trockene Intellektuelle, die mit ihren Aussprüchen nur mentale Gymnastik treiben, um die Dogmatiker zu unterhalten. Sie zeigt dagegen den in der Welt lebenden Menschen – ob sie einer Familie vorstehen oder Entsagende sind –, wie sie ein ausgeglichenes Leben führen können, in das Gott mit einbezogen wird: indem sie die stufenweise aufgebauten Yoga-Methoden üben.

Die allegorische Bedeutung der Gita

Die heiligen Schriften des Altertums unterscheiden nicht klar zwischen Geschichte und Symbolik; oft verweben sie sogar beides miteinander, wie es der Tradition geistiger Offenbarungen entspricht. ... Und so verfasste der Weise Vyasa die Bhagavad-Gita klugerweise in einer Sprache von Gleichnissen, Metaphern und Allegorien, die historische Tatsachen mit psychologischen und geistigen Wahrheiten verwob und damit ein Wortgemälde der stürmischen inneren Kämpfe schuf, die sowohl der materiell gesinnte als auch der geistige Mensch in sich ausfechten muss. Er verbarg in der harten Schale der Symbolik tiefgeistige Deutungen.

Gewiss gehen viele der wichtigen Ereignisse und Personen in dem umfangreichen Mahabharata auf historische Tatsachen zurück, doch ihre poetische Darstellung im Epos ist so praktisch und sinnvoll (und im Teil der Bhagavad- Gita erstaunlich kurz zusammengefasst), weil sie hauptsächlich dem Zweck dienen soll, den Kern des Sanatana-Dharma, der Ewigen Religion Indiens, zu erläutern.

Im Mahabharata heißt es, dass Krishna während der Schlacht zwischen den guten Pandus und den bösen Kurus der Wagenlenker des edlen Pandu-Bruders Arjuna wurde. Diese Allegorie ist so zu verstehen: Wenn die feurige Selbstbeherrschung (Arjuna) bereit ist, alle Streitkräfte der Sinne zu bekämpfen, dann wird der GEIST (Krishna) zum Wagenlenker, zur führenden Kraft des Gottsuchers. Der GEIST verschafft sich durch die Intuition der Seele Ausdruck, die ja eine individualisierte Widerspiegelung des GEISTES im Menschen ist.

Die Bedeutung der Schlacht

Die zeitlose Botschaft der Bhagavad-Gita bezieht sich nicht nur auf eine historische Schlacht, sondern auf den kosmischen Widerstreit zwischen Gut und Böse. Sie beschreibt das Leben als eine Reihe von Kämpfen, die zwischen dem GEIST und der Materie stattfinden – zwischen Seele und Körper, Leben und Tod, Wissen und Unwissenheit, Gesundheit und Krankheit, Beständigkeit und Vergänglichkeit. ...

Vom Augenblick der Empfängnis bis zum Aushauchen des letzten Atemzugs muss der Mensch in jeder Inkarnation zahllose Kämpfe ausfechten – mit biologischen Faktoren, angeborenen Neigungen, Bakterien und in physiologischer, klimatischer, sozialer, ethischer, politischer, soziologischer, psychologischer und metaphysischer Hinsicht –, eine Vielzahl von inneren und äußeren Konflikten. Bei jedem Gefecht kämpfen die Kräfte des Guten und Bösen um den Sieg. Die Gita bezweckt vor allem, die Bemühungen des Menschen auf die Seite Dharmas, der Rechtschaffenheit, zu lenken. Das höchste Ziel ist Selbst-Verwirklichung, ein Zustand, in dem der Mensch sein wahres SELBST, seine Seele, erkennt, die Gott zum Bilde erschaffen und eins mit der ewig bestehenden, ewig bewussten, ewig neuen Glückseligkeit des GEISTES ist.

Über Yoga

Es ist eine weit verbreitete falsche Vorstellung, dass sich Yoga-Übungen nur für erfahrene Mystiker eigneten und dass diese Wissenschaft sogar über den Horizont des Durchschnittsmenschen hinausgehe. Yoga jedoch ist die Wissenschaft von der gesamten Schöpfung. Der Mensch und auch jedes Atom im Universum ist ein sichtbares Ergebnis dieser göttlichen Wissenschaft. Yoga besteht aus einer Reihe von Übungen, die dazu befähigen, diese Wissenschaft zu erfassen, und zwar durch ein unmittelbares, persönliches Erleben Gottes, des Urgrundes.

Der Wissenschaftler im Reich der Materie fängt es so an, dass er diese auf ihre Wirkung hin beobachtet und versucht, alles bis zu einem Ursprung zurückzuverfolgen. Der Yoga dagegen beschreibt den Ursprung und wie er sich nach außen hin zu den Erscheinungen der

Materie entwickelt hat; er zeigt auch, wie man den Vorgang umkehren kann, um die wahre GEIST-Natur des Universums und des Menschen zu erkennen.

Über Sinnenfreuden im Gegensatz zur Freude der Seele

Der Yogi muss lernen, das Tauziehen zwischen seelischen und sinnlichen Wahrnehmungen zu gewinnen. Im Anfang seiner Yoga-Übungen ist [er sich] des starken Einflusses der Sinnenfreuden bewusst – obgleich diese nicht von langer Dauer sind – und fühlt wenig von der immerwährenden, unendlichen Glückseligkeit, die sich in seiner Seele verbirgt.

Wenn sich die Seele (als ewig neue Glückseligkeit) aber mit dem Körper identifiziert, entwickelt sie eine machtvolle und finstere „zweite Natur“ der Ruhelosigkeit. Dann ist ein erregter und unbeherrschter Zustand für den Geist ganz „natürlich“. Doch wenn der Geist des [Meditierenden] durch das Üben von Yoga mit der Glückseligkeit der Seele in Berührung kommt und sich von den kurzlebigen Sinnenvergnügen löst, bringt er wieder sein wahres und ruhiges göttliches Wesen zum Ausdruck. Der Mensch braucht die innere Freude der Seele nicht erst zu erwerben; er braucht sich ihrer nur zu erinnern.

Der Durchschnittsmensch bleibt ein Gefangener der Sinne, weil er ständig den Genuss sucht. Er fühlt nur die begrenzten, oberflächlichen Freuden des Körpers. Diese Sinnenlust gibt ihm zwar flüchtige Befriedigung, schaltet aber die feinen, reinen und dauerhaften Freuden aus: den schweigenden Segen und die zahllosen glückseligen Wahrnehmungen, die der meditierende Yogi in seinem Bewusstsein erlebt, wenn er sich von der äußeren Sinnenwelt abwendet und sich auf den inneren Kosmos des GEISTES konzentriert. Die vorübergehenden, irreführenden Sinnenfreuden sind ein kümmerlicher Ersatz für den Himmel!

Über Ego-Bewusstsein im Gegensatz zum Seelenbewusstsein

Wenn sich die Seele als GEIST erkennt, fühlt sie sich eins mit der Freude des unermesslichen Raumes. Wenn sich die Seele aber, als Ego, von einem bestimmten Körper begrenzen lässt, ist sie erbärmlich „eingeengt, eingepfercht und eingesperrt“. Die Seele, die sich als Körper betrachtet, verliert das Bewusstsein der Allgegenwart und identifiziert sich mit den Prüfungen und Missgeschicken des kleinen Ego.

So wie das Bewusstsein des Durchschnittsmenschen in Gehirn und Herz weilt, so erstreckt sich Gottes Bewusstsein über das ganze Universum. Und so wie sich der Mensch jeder Zelle seines Körpers bewusst ist, so ist sich Gottes Intelligenz jeder Zelle des Raumes bewusst. ... Der Mensch, der sich durch materielle Vergnügen abgestumpft hat, verliert jedes feinere Gefühl für die höheren Freuden des GEISTES. Da er nach körperlichen Genüssen verlangt und von den Mauern des Körpers eingeschlossen ist, kann er sich den allgegenwärtigen Himmel nicht einmal vorstellen. Wie könnte einem Menschen, der am Gefängnis des Körpers hängt, das selige Erlebnis zuteil werden, in die Freude Gottes einzugehen, die jedes Atom des Raumes erfüllt?

Vedische Kosmologie und moderne Wissenschaft

Der befreite Mensch, der den GEIST als den Schöpfer zahlloser Universen schaut, als Schöpfer einer endlosen Prozession von Engeln, Manus, Rishis, menschlichen Wesen und niedrigeren Lebensformen, als Schöpfer ihrer unzähligen Wahrnehmungsformen und mannigfaltigen Entstehungsweisen, ist angesichts der ozeanischen Weite, die sich hinter der kleinen Welle seines Bewusstseins erstreckt und die er nie zuvor geahnt hat, von Ehrfurcht erfüllt.

Ekam sat – nur der Eine existiert. In den Veden heißt es, dass sich der Kosmos gleich einem Spinnennetz aus Gottes Wesen heraus formt. Der Herr ist der Göttliche Faden (Sutra), die verbindende Grundsubstanz, die alle Erlebnisse und Erfahrungen des Lebens und der Materie miteinander verknüpft.

Das Universum ist in jedem seiner Partikel vertreten. Alles ist aus der einen, verborgenen Substanz gemacht. Die Welt formt sich in einem Tautropfen zur Kugel. … Die wahre Lehre der Allgegenwart ist, dass Gott mit all Seinen Teilen in jedem Moos und jedem Spinngewebe erscheint.

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