Für den Quantenphysiker Hans-Peter Dürr ist die Wirklichkeit ihrem Wesen nach „lebendig“. Es gibt keine Teilchen, die unzerstörbar sind, die mit sich selbst identisch bleiben, sondern wir haben ein ständiges Entstehen und Vergehen. In jedem Augenblick wird die Welt neu geschaffen. Es ist aber nicht einfach Entwicklung und Entfaltung, ein „Auswickeln“ von schon Bestehendem, von immerwährender Materie, die sich nur eine neue Form gibt, sondern es ist echte Kreation: Verwandlung von Potentialität in lebendige Wirklichkeit. Und in diesem andauernden Schöpfungsprozess wird ständig ganz Neues, Noch-nie-Dagewesenes geschaffen.
Heilung ist ein ständiger Schöpfungsakt, ist echte Kreativität. Heilung heißt, „Fremdartiges“ aufzunehmen, es nicht rauszuschmeißen, sondern es geeignet zu integrieren. Das heißt, etwas Neues zu erschaffen, das über das Bisherige hinausgeht. Der Heilungsprozess ist eine lernend wachsende Evolution. Es geht darum, das „Fremdartige“ nicht als fremd zu erleben, sondern als eine veränderte Artikulation des schon Bekannten und diese kooperativ zu integrieren in einem neuen, reicheren Organismus, der mehr Dimensionen hat als der Vorherige. Das bedeutet, immer größere Räume zu erobern, die es bisher noch nicht gab. Veränderung, verbunden mit Heilung, ist Fortschritt.
Heilung ist ein ständiger Schöpfungsakt, ist echte Kreativität.
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