Alle Heilswege treffen sich an ihrem Ende, denn sie führen zum glei chen Ziel. Es gibt nur ein Ziel und ein Heil, wie immer man es benennen mag, ob Gottesschau, Erkenntnis der höchsten Wahrheit, Erleuchtung, Samadhi, Satori, Erlangung der Seligkeit, Einswerden mit Gott, Identi fikation, Unio mystica. Eingehen in das Nirvana, in das Reine Land, in den Himmel, in das Paradies. Es gibt zwar Unterschiede, wie man sich in den verschiedenen Religionen diesen Endzustand der menschlichen Seele vorstellt, aber schon der Begriff „vorstellen“ macht deutlich, dass man im Grunde ungebührlicherweise versucht, sich ein Bild von etwas zu machen, was durch kein Bild darzustellen und durch keine Worte auszudrücken ist. Streng genommen lässt sich über dieses Heils ziel nichts sagen, denn „Worüber man nicht sprechen kann, darüber muss man schweigen“, wie Ludwig Wittgenstein in seinem Tractatus logico-philosophicus so treffend feststellt.
„Der Glanz der Wahrheit ist eine Million mal heller als der Glanz der Sonne, die wir täglich mit unseren Augen sehen.“ (Mahatma Gandhi)
Die Mystiker haben sich nicht an dieses Diktum gehalten, wie die nachfolgenden Aussagen zeigen; zu groß war ihr Bedürfnis, den Menschen das unsagbare Wunder, das heilige Geheimnis wenigstens andeutungsweise zu verkünden, zu existentiell ...
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