1908 in eine wohlhabende südindische Landwirtsfamilie geboren, trat der künftige Swami Ranganathananda im Alter von 17 Jahren dem Ramakrishna-Orden bei. Anfangs ein schlichter Novize, stieg er im Orden auf zum weltweit höchsten Vertreter des Vedanta und der Lehren von Sri Ramakrishna. Seine Größe als ein „zweiter Vivekananda“ liegt nicht darin, dass er der Menschheit etwas Neues, von Vivekananda noch nicht Erklärtes brachte. Swami Ranganathananda war vielmehr der größte Vermittler der Botschaft Ramakrishnas seit Vivekananda selbst.
Bei der Verbreitung der universellen Lehren seines Lehrers verfiel Swami Ranganathananda nicht darauf, Vivekanandas Worte umzuformulieren. Er fand die Sprache Vivekanandas so schön, überzeugend und transformierend, dass er sie sich diszipliniert ins Gedächtnis einprägte und in seinen Vorträgen wörtlich zitierte. Dazu las er das neunbändige Gesamtwerk von Swami Vivekananda mehr als zehnmal. Keiner konnte so ausführlich und fehlerfrei Vivekananda zitieren wie Swami Ranganathananda. Seine Darlegungen der Vedanta-Philosophie waren einfach und klar in einer Sprache, die Menschen in der säkularisierten, materialistisch geprägten Welt von heute verstehen konnten.
Ich habe alle Religionsbräuche geübt: den Hinduismus, den Islam, das Christentum, und ich bin auch die Wege der verschiedenen Sekten des Hinduismus gegangen, und ich habe gefunden, dass sie alle demselben Gott zustreben, wenn auch auf verschiedenen Wegen. (Sri Ramakrishna)
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