Heilige Männlichkeit, Göttliche Weiblichkeit ...

Heilige Männlichkeit, Göttliche Weiblichkeit ...

… und die Sünden der Kirche. Ein Gespräch mit Matt hew Fox

Er ist ein engagierter und streitbarer Mann: Matthew Fox, 1940 geboren, ehemaliger Dominikanermönch und Theologe, den Thomas Berry als den „kreativsten, umfassendst denkenden und sicherlich herausforderndsten spirituellen Lehrer Amerikas“ bezeichnete. 34 Jahre lang war Fox Mitglied des Dominikaner- Ordens, bis er vom damaligen Kardinal Ratzinger Redeverbot erhielt und schließlich aus dem Orden ausgeschlossen wurde. Seine erdverbundene Theologie führte ihn sowohl zur Gründung der University of Creation Spirituality, an der er gemeinsam mit dem Physiker Brian Swimme lehrte, als auch zur Zusammenarbeit mit dem Biologen Rupert Sheldrake, mit dem zusammen er die menschliche Seele als morphisches Feld erforschte.

In seinem neuesten Buch Die verborgene Spiritualität des Mannes identifiziert er einen Großteil der Krise unserer Welt als Krise der Männlichkeit, die von einem falschen Männer-Bild einer Herrscher- Kultur überführt werden müsse in die wirklich Heilige Männlichkeit einer Teilhabe-Kultur, um unseren Planeten, die menschliche Gemeinschaft und alle Wesen, die die Erde mit uns teilen, für eine lebenswerte Zukunft zu erhalten. Seine Offenheit in Bezug auf die Weisheit indigener Kulturen verbindet sich mit seiner Kenntnis der christlichen Mystik und äußert sich z.B. auch in seinen kosmischen Messen, in denen sich katholisches Ritual und die Ekstase von Techno-Raves vermengen.

Ein vielschichtiger Mann, der im Gespräch kein Blatt vor den Mund nimmt…

Warum ist es so wichtig in unserer Welt, dass gerade Männer ihre spirituelle Seite entdecken und eine Wertschätzung des Heiligen entwickeln?

Fox: Besitzgier, Raubgier und das Reptiliengehirn des Menschen zerstören nicht nur den Planeten, sondern auch unsere menschlichen Gemeinschaften. Spiritualität ist notwendig, um diese Testosteron-gesteuerten Angriffe auf Mutter Erde, ihre Geschöpfe und Gemeinschaften aufzuhalten. Meditation hilft beispielsweise, unser Reptiliengehirn zu beruhigen und uns mit ihm anzufreunden. In Gemeinschaften lebendige Spiritualität dämmt die Gier ein.

Die Heilige Männlichkeit ist sowohl Schöpfer als auch Verteidiger der Schönheit – und der Kinder, die als siebte Generation nach uns geboren werden.

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