Chameli Gad Ardagh: Der Begriff „weibliche Spiritualität“ macht nur dann einen Sinn, wenn wir es in Bezug zur männlichen Spiritualität setzen, von der wir in den letzten Jahrtausenden sehr beeinflusst worden sind. Diese männlich ausgerichtete Spiritualität wurde in erster Linie von Männern begründet, niedergeschrieben und auch von ihnen praktiziert. So ist selbst die ganze Weisheit, die all diese Traditionen beinhaltet, doch sehr maskulin gefärbt. Aus diesem Grund ist es im Laufe der Jahrtausende zu einer großen Disbalance zwischen der männlichen und weiblichen Spiritualität gekommen, sodass wir heute zu Beginn des 21. Jahrhunderts aufgefordert sind, die weibliche Spiritualität viel mehr in unser Leben einzuladen.
Es ist wirklich ein großes Mysterium, wenn man sich für die weibliche Spiritualität öffnet und den Mut hat, all die alten, maskulinen Dogmen über Bord zu werfen und zu schauen, was genau es bedeutet, wenn sich das Göttliche durch den Körper einer Frau ausdrücken will. Sich dafür zu öffnen heißt für uns Frauen dann aber auch, sich ernsthaft zu fragen: „Was ist heilig für uns?“ „Was ist unsere ureigene, weibliche Wahrheit?“
Die weibliche Spiritualität ist eine sehr körperbetonte Spiritualität und ruht sehr in der Liebe. Dadurch ist es eher die gegenwärtige Erfahrung von Liebe, die die Sehnsucht stillt.
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