Nach innen geht der geheimnisvolle Weg. In uns oder nirgendwo ist die Ewigkeit.“ Was Novalis hier in aller Kürze beschreibt, ist nichts anderes als der Prozess der Meditation. Meditation besteht in der Tat – einer alten und allgemeingültigen Definition zufolge – im „Nach-innen-Lenken der Aufmerksamkeit“. Die natürliche Tendenz unseres Verstandes bzw. Geistes ist es, sich nach außen, den Ereignissen und Objekten der äußeren Welt zuzuwenden. Alle Formen der Meditation – aus welcher religiösen oder spirituellen Tradition sie auch stammen mögen – laufen darauf hinaus, diese Bestrebungen des Geistes umzukehren, damit man zum leuchtenden Zentrum des eigenen Wesens, dem inneren Selbst, gelangen kann.
Dieses innere Zentrum ist der absolute Punkt der Ruhe in uns. An diesem Punkt oder Ort in unserem Inneren gibt es keine Aktivität, Veränderung, Vergänglichkeit oder dergleichen. Dieser Punkt oder Ort ist reines Sein – die Ewigkeit, von der Novalis sprach. Hier ist das Zentrum des Tanzes der kosmischen Schöpfung, wie die indischen Yoga-Meister es nennen. Es gleicht einem geheimnisvollen Paradox: Von diesem in uns befindlichen und gleichzeitig allgegenwärtigen, absoluten Ruhepunkt geht jede Aktivität aus. Diesen Mittelpunkt allen Seins beschrieb der große, englischsprachige Schriftsteller T.S. Eliot folgendermaßen:
„Am Ruhepunkt der sich drehenden Welt, weder Fleisch noch fleischlos;
weder von noch nach; am Ruhepunkt dort ist der Tanz, aber weder Halt noch Bewegung.
Und nenne es nicht Beständigkeit, wo Vergangenheit und Zukunft versammelt sind.
Weder Bewegung von noch nach, weder Aufstieg noch Niedergang.
Wenn es den Punkt nicht gäbe, den Ruhepunkt,
gäbe es keinen Tanz,
und es gibt nur den Tanz.“
Durch die regelmäßige Praxis der Meditation lernen wir, dem Geist bei seiner Arbeit zuzuschauen.
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