VOR(AN)GESTELLT. Der Verlauf der Himmelsreise („Miradsch“: Erhebung, Aufstieg) ist nicht einheitlich überliefert. Auf die gleich im Anschluss daran erhobene (und bis heute offene) Frage, ob sie im Körper oder im Geist stattgefunden habe, erwiderte Muhammads Frau Aischa: „Der Körper des Gesandten (s.a.s.) wurde nicht vermisst, vielmehr ließ Allah ihn in seinem Geist reisen.“ Der Koran (17:60) bestätigt das Ereignis als „das Gesicht, das WIR dich sehen ließen“.
Der Orientalist Emile Dermenghem stellte die folgende (hier leicht gekürzte) Geschichte aus verschiedenen Biographie-Büchern zusammen.
Inmitten einer feierlichen, ruhigen Nacht, als sogar die umherstreifenden Tiere still waren, wurde Muhammad von einer Stimme geweckt, die rief: „Schläfer, wach auf!“ Und vor ihm stand der Engel Gabriel mit strahlender Stirn, einem Gesicht so weiß wie Schnee, blondem, wallendem Haar und in Gewändern mit Perlen bestickt und in Gold eingefasst. Zahlreiche Flügel jeder Farbe standen bebend von seinem Körper ab.
Er führte eine fantastische Stute, Burak („Blitz“), mit einem menschlichen Kopf und zwei Adlerschwingen; sie näherte sich Muhammad, gestattete ihm, aufzusteigen, und war auf und davon wie ein Pfeil über die Wüste in Richtung Norden... (1)
Der Engel begleitete sie auf diesem erstaunlichen Flug. Auf dem Gipfel des Berges Sinai, wo Gott zu Moses gesprochen hatte, ließ Gabriel Muhammad zum Gebet anhalten und wiederum in Bethlehem, wo Jesus geboren war, bevor sie ihren Weg in der Luft fortsetzten. Seltsame Stimmen versuchten, den Propheten zurückzuhalten, der so in seine Sendung vertieft war, dass er fühlte, allein Allah habe das Recht, seine Stute anzuhalten (2).
Als sie Jerusalem erreichten, betete Muhammad auf den Ruinen des Tempels von Salomo mit Abraham, Moses und Jesus.
Auf einer leuchtenden Leiter stieg Muhammad bis in den höchsten Himmel hinauf.
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