STERBEN KÖNNEN HEISST LEBEN LERNEN

STERBEN KÖNNEN HEISST LEBEN LERNEN

Das Annehmen unseres begrenzten Lebens – Warum physische Unsterblichkeit keine so gute Idee ist

Was wissen wir tatsächlich über ein Weiterleben nach dem Tod? Solange es keine Gewissheit über Auferstehung in der einen oder anderen Form gibt, ist es da nicht sinnvoller, sich einem bewussten Leben im Hier und Jetzt zu widmen?

200 verschiedene Nahrungsergänzungsmittel schluckt der Futurologe Ray Kurzweil täglich, um seinem Wahlspruch „Lebe lang genug, um für immer zu leben“ zu entsprechen. Kurzweil will nicht sterben und erhofft sich von seiner Ernährungsweise, dass sie ihn so lange gesund erhält, bis die Medizin so weit fortgeschritten ist, dass die physische Unsterblichkeit dank Nanotechnologie und Biochemie zur Realität wird.

Michael Saxer, Pflanzensamenhändler und Gründer des ersten kryonischen In stituts Europas, setzt seine Hoffnung auf flüssigen Stickstoff. Bei minus 196 Grad Celsius soll sein toter Körper so lange in einem Tank lagern, bis die Wissenschaft entsprechend weit fortgeschritten ist, um ihn wiederzubeleben.

Don Alden Adams hingegen kann mit so schnödem Materialismus nur wenig anfangen. Er ist Präsident der Wachtturm- Gesellschaft und glaubt, dass er aufgrund seiner christlichen Lebensführung nach seinem Tod entweder wieder körperlich aufersteht und auf ewig die paradiesisch erneuerte Erde bewohnen wird oder aber zu den 144.000 Seelen zählt, die mit Jesus gemeinsam im Himmel regieren.

Der Tod darf nicht sein, er soll nicht sein – und Kurzweil, Saxer und Adams sind nur drei Beispiele für ein Ausweichen vor dem Unausweichlichen.

Wären wir unsterblich, dann hätte die Entschuldigung bei unserem Freund noch ein paar Millionen Jahre Zeit.

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