SUFI heute...

SUFI heute...

... auf dem Weg des Herzens und der Heilung

BismiLlah ir-rahmân ir-rahîm...: Im Namen Gottes, des Allerbarmers, des Barmherzigen, dem Einen entgegen...

Über Sufismus zu schreiben gleicht dem Versuch, einen Ozean in eine Tasse füllen zu wollen. Ihn zu definieren bedeutet, Grenzen zu setzen. Genau das aber läuft seinem eigentlichen Wesen zuwider. Doch Moment mal! „Sufismus“ existiert eigentlich gar nicht. Denn dieses Wort birgt in Bezug auf seine Essenz Widerspruch und Verwirrung in sich. Es gibt bei den Sufis keinen -ismus im Sinne einer politischen oder religiösen Lehre. Das Herz eines wahren Sufi ist ganz easy, unschuldig, undogmatisch und offen. Sobald er sich einer Doktrin oder einem System unterwirft, wird sein Geist betrogen. So lassen Sie mich hier vorzugsweise die Termini Sufitum und Sufi-Tradition gebrauchen.

Mit „Sufi“ – so das Wort überhaupt bekannt ist – verbinden die meisten Menschen das Bild von drehenden Derwischen. Alleine darauf bezogen bleibt es jedoch ein simples Klischee. Immerhin haben sich seit der Entstehung von Sufi-Gemeinschaften Anfang des ersten Jahrtausends n. Chr. weit über 100 Sufi-Orden, so genannte turuq, gebildet. Die Mitglieder und Schulen unterscheiden sich äußerlich oft voneinander, auch innerhalb eines einzigen Ordens. Doch innere Ausrichtung und Absicht aller Sufis ist dieselbe; die verschiedenen Wege münden in einen einzigen: „dem Einen entgegen“, ob im Trubel des Rif-Gebirges in Marokko oder in der verschlafenen Eifel hier in Deutschland.

Was bedeutet nun dieses magnetische, magische Wort „Sufi“? Gehen wir der Etymologie (Wurzelbedeutung) des Wortes nach, stoßen wir auf wunderschöne Definitionen wie „aus Wolle“, „Stein“, „rein“, „als inniger Freund Gottes Erwählter“ und mehr. „Sufi“ lässt viele Deutungen und Spekulationen zu. Doch ob wir wissen, welche Bedeutung es wirklich hat, ist für uns auf dem Weg letztlich nicht entscheidend.

Sufi Weg heute

Die Sufi-Botschaft, angesichts der globalen Probleme für die Menschheit wichtiger denn je, hat sich zu allen Zeiten transformiert. Die Orden und Bewegungen haben sich über Jahrhunderte bis in unsere heutige Zeit erhalten. Das bedeutet: Indem das Sufitum sich im ständigen Wandel befand, konnte es in seiner Essenz auch immer dasselbe bleiben. Sicherlich gibt es auch heute noch Orden, die an alten, traditionellen, teilweise sehr strengen und harten Praktiken festhalten. Doch die Sufi- Botschaft kommt auch in unser modernes 21. Jahrhundert. Sufi sein heißt nicht nur Rückzug und Askese leben, es bedeutet heute vor allem: die Spiritualität in unseren Alltag integrieren und Gott und den Mitmenschen dienen. Auch wer seine Religion (Din) ernsthaft und aus ganzem Herzen lebt, erfüllt die Pflichten eines Sufis. Und die universell orientierten Sufi-Orden zeigen jedem Menschen Möglichkeiten auf, seinen persönlichen Sufi-Weg zu gehen.

In unserer überpragmatischen, materiellen Zeit fragen wir gerne: Ja, was bringt mir dies und das? Was nun „bringt“ Ihnen der Sufi- Weg? Eine ganze Menge. Genau genommen alles. Alles, was Sie für Ihr Leben brauchen:

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